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    ver.di irritiert über geplanten Stellenabbau bei der Süddeutschen Zeitung

    16.09.2020

    Mit großem Befremden hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf die Ankündigung eines umfangreichen Stellenabbaus bei der Süddeutschen Zeitung (SZ) reagiert. Danach soll die Belegschaft in den Redaktionen des Verlags und von SZ Digital um bis zu 55 festangestellte Vollzeitbeschäftigte, rund ein Zehntel der Redaktion, reduziert werden. „Zu glauben, der eigene Qualitätsanspruch ließe sich sichern, indem man gerade diejenigen zum untragbaren Kostenfaktor erklärt, die für diese Qualität verantwortlich zeichnen, ist ein Irrweg“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.

    Nicht nachvollziehbar sei der geplante Stellenabbau auch angesichts rasant steigender Zahlen bei den Digitalabonnements, die die SZ-Geschäftsleitung nicht müde werde, zu bejubeln. „Eine wirtschaftliche Notlage des Verlags ist weder erkennbar noch absehbar. Es steht zu befürchten, dass die Reduzierung des Personals lediglich der Renditesicherung innerhalb des Konzerns dienen soll“, so Schmitz.

    Er kritisierte zudem, dass die Verlagsleitung nicht zunächst andere Möglichkeiten der Kostenreduktion wie den von ver.di mit dem Verlegerverband BDZV abgeschlossenen Beschäftigungssicherungstarifvertrag in Anspruch genommen habe. Auch die von der Bundesregierung geplante Presseförderung im dreistelligen Millionenbereich hätte eine Verringerung des Personals womöglich abwenden können. „Vorschnell mit Stellenabbau zu reagieren, ist nicht nur kaufmännisch einfallslos, sondern auch sozial unverantwortlich“, machte Schmitz deutlich.

    Pressekontakt

    Daniela Milutin
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