Lotsversetzer protestieren gegen Wortbruch des Verkehrsministeriums - Auszahlung von Inflationsausgleichsprämie gefordert

Pressemitteilung vom 19.12.2023

Die Beschäftigten des Lotsbetriebsvereins an Elbe, Weser und Nord-Ostsee-Kanal sind empört über den Wortbruch des Bundesverkehrsministeriums. Das Ministerium hatte entgegen früherer Absprachen die Auszahlung von 2000 Euro Inflationsausgleichsprämie für die Lotsversetzerinnen und Lotsversetzer untersagt, obwohl die dafür nötigen Haushaltsmittel vorhanden sind. Auch nach Aufhebung der Haushaltssperre hält das Ministerium am Verbot der Zahlung fest.

„Die Beschäftigten des Lotsbetriebsvereins sind ein Rückgrat der maritimen Wirtschaft; sie bringen die Lotsen an Bord der Schiffe. Ohne ihre Arbeit käme kaum ein Schiff sicher in den Hafen. Ihnen auf diese Weise die Anerkennung zu verweigern, ist ein Vertrauensbruch“, betont Maya Schwiegershausen-Güth, für die Schifffahrt zuständige Bundesfachgruppenleiterin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Im vergangenen April hatte ver.di mit dem Lotsbetriebsverein (LBV) einen Tarifvertrag über die Auszahlung von 1000 Euro Inflationsausgleichsprämie abgeschlossen. Bereits damals wurde zugesagt, die übrigen 2000 Euro noch vor Ende 2023 auszuzahlen, sofern im Betriebshaushalt die dafür nötigen Mittel vorhanden sind, oder aber sie in den Haushalt für 2024 aufzunehmen. Nach Auskunft des LBV sind die notwenigen Gelder vorhanden. Trotzdem untersagte das Bundesverkehrsministerium Ende November völlig überraschend die Auszahlung sowohl für 2023 als auch für 2024. Begründet wurde das mit der problematischen Lage des Bundeshaushalts.

„Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten bei Wind und Wetter, auf stürmischer See, um alle Schiffe sicher in den Hafen zu bekommen. Es ist nicht hinnehmbar und niemandem zu erklären, dass das Verkehrsministerium kein Problem damit hat, Boni in Millionenhöhe auszuschütten, zugleich aber den Lotsversetzerinnen und Lotsversetzern die von der Regierung selbst eingeführte Inflationsausgleichsprämie verweigert,“, so Schwiegershausen-Güth.

Die Betriebsräte der einzelnen Stationen – unter anderem in Kiel, Bremerhaven und Brunsbüttel – wollen bei Betriebsversammlungen an diesem Mittwoch (20. Dezember 2023) ihre Kolleginnen und Kollegen über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es im Zuge der Diskussionen zu Verzögerungen dabei kommt, die Lotsen an Bord der Schiffe zu bringen.

In den vergangenen Tagen haben viele Beschäftigte bereits im Rahmen einer Fotoaktion ihren Unmut deutlich gemacht und die sofortige Auszahlung der Prämie verlangt.

 

Pressekontakt

Martina Sönnichsen
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de

 
 

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