ver.di mahnt Einhaltung von Arbeitsrechten an Bord von Cosco-Schiffen an

Pressemitteilung vom 15.02.2024

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Arbeitsbedingungen der Seeleute auf Schiffen der Reederei Cosco und fordert deutsche Unternehmen wie Volkswagen auf, bei ihrer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Großunternehmen auf die Einhaltung internationaler Standards und ihrer Verpflichtungen aus dem Lieferkettengesetz zu achten.

Die unter der Flagge Panamas fahrende „Cosco Tengfei“ ist am gestrigen Mittwoch in Bremerhaven eingelaufen und soll mit 2800 Fahrzeugen von VW und Porsche für den asiatischen Markt beladen werden. Anschließend fährt das Schiff nach Schweden weiter, wo Autos der Marke Volvo an Bord genommen werden.

Wie aktuelle Inspektionen der Internationalen Transportarbeiterföderation (ITF) ergaben, erhalten die an Bord der „Cosco Tengfei“ arbeitenden Seeleute eine Vergütung, die weit unter den von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festgesetzten Mindeststandards liegen. Auch die Lebensbedingungen für die Menschen auf dem Schiff sind zum Teil kritikwürdig.

„Die Reederei Cosco verweigert für zahlreiche ihrer Schiffe den Abschluss von Tarifverträgen mit der ITF, auch für die Besatzung der ‚Cosco Tengfei‘ wurde nur ein Dumping-Tarifvertrag mit einer chinesischen Seeleutegewerkschaft geschlossen, der nicht internationalen Standards entspricht. Das werden wir nicht länger hinnehmen und fordern Cosco daher auf, für alle Schiffe der Reederei ordentliche Tarifverträge abzuschließen“, so Susana Pereira Ventura vom Berliner Büro der ITF. Sie weist darauf hin, dass zudem in weiteren Fällen Berichte über Rechtsverstöße durch Cosco vorliegen. So werden die Seeleute an Bord der unter zyprischer Flagge fahrenden „Baltic Shearwater“, die aktuell im Hamburger Hafen liegt und für die ein mit ver.di abgeschlossener Tarifvertrag gilt, von Cosco gezwungen, die Ladungssicherung (Laschen) zu übernehmen, obwohl dies tarifvertraglich und rechtlich Aufgabe der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter ist. „Das gefährdet die Sicherheit der Menschen an Bord, im Hafen sowie während der Fahrt“, warnt Pereira Ventura.

Pereira Ventura weist zudem darauf hin, dass das Verhalten der chinesischen Reederei gegen die Bestimmungen des deutschen Lieferkettengesetzes verstößt. Die deutschen Geschäftspartner von Cosco sind verpflichtet, in ihren Lieferketten die Einhaltung der Menschenrechte und umweltbezogener Sorgfaltspflichten einzuhalten. Dazu gehört, dass sie ein wirksames Risikomanagement einrichten, um auch bei ihren Zulieferern Risiken für Menschen und Umwelt zu erkennen, Verletzungen vorzubeugen, zu beenden oder zu minimieren. „Der Fall des Cosco-Schiffes wird zeigen, wie ernst es in diesem Fall Volkswagen mit der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften ist“, so Pereira Ventura.

 

Pressekontakt

Martina Sönnichsen
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
E-Mail: pressestelle@verdi.de

 
 

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