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    Schluss mit Arbeit, die krankmacht: ver.di startet bundesweite Gesundheitswoche bei Amazon

    21.06.2020

    Am Montag startet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) an allen Amazon-Standorten ihre bundesweite Gesundheitswoche (22. – 26. Juni). Ziel ist die Durchsetzung eines Tarifvertrags zur guten und gesunden Arbeit bei dem Konzern.

    „Die Gesundheit der Beschäftigten wird bei Amazon in fahrlässiger Weise der Profitgier untergeordnet, auch und gerade während der Corona-Pandemie“, sagt Orhan Akman, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Einzel- und Versandhandel. Viele Beschäftigte berichteten von fehlenden Abstandsvorkehrungen und zunehmenden Fällen von Corona-Positivtestungen. „Corona zeigt dabei nur die Spitze des Eisbergs. Gesundheitsschutz wird aber auch sonst nicht groß geschrieben bei Amazon“, wirft Akman dem Onlinehändler vor.

    Mit Beginn der Pandemie etwa habe der Online-Gigant einen befristeten Gehaltsaufschlag von zwei Euro für jede geleistete Arbeitsstunde in Aussicht gestellt. Mit dieser Neureglung hätten sich viele Beschäftigte unter Druck gesetzt gefühlt, auch krank zur Arbeit zu kommen. „Das genau war das Ziel von Amazon: Auspressen, wo es geht“, bewertet Orhan Akman die mittlerweile ausgelaufene Konzernregelung. Aktuell versucht Amazon, an mehreren Standorten Sonntagsarbeit durchzusetzen. „Obwohl Sonntagsarbeit dem Konzern in Gerichtsurteilen bereits wiederholt untersagt worden ist, versucht Amazon nun, die Verbote durch die Hintertür zu unterlaufen und die Arbeitsschichten so zu ändern, dass die Nachtschichten früher beginnen. Die Beschäftigten müssten dementsprechend bereits am Sonntagabend zur Arbeit erscheinen, wenn sie für die Nachtschicht eingeplant sind“, so Akman. Dafür seien Beschäftigte auch unter Druck gesetzt worden, ohne Bedenkzeit eine entsprechende Änderung ihrer Arbeitsverträge zu unterzeichnen, wie zum Beispiel in Winsen (Luhe).

    „Solche Arbeitsbedingungen machen krank und wir werden sie nicht hinnehmen“, sagt Akman. Mit den Aktionen in der Gesundheitswoche wollten die Beschäftigten dem Handelsriesen deutlich machen: ver.di fordert von Amazon, die Gesundheit seiner Beschäftigten endlich wirksam zu schützen.

    ver.di fordert bereits seit Jahren einen Tarifvertrag für gute und gesunde Arbeit bei Amazon. Diesen lehnt der Konzern ebenso ab wie Gespräche über die von ver.di geforderte Anerkennung der Branchentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.

    Im Rahmen der ver.di-Gesundheitswoche finden Aktionen der Amazon-Beschäftigten u.a. statt in:

    Bad Hersfeld: Mo., 22.6., 14 Uhr, vor dem Tor, Amazon Str. 1
    Werne: Di., 23.6., 14 Uhr (Schichtwechsel) vor dem Tor
    Rheinsberg: Di., 23.6., 14 Uhr (Schichtwechsel) vor dem Tor

    Pressekontakt

    Jan Jurczyk
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-Mail: pressestelle@verdi.de
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