Tarifverhandlungen bei der TUI Deutschland GmbH: ver.di fordert Arbeitgeber zu einem deutlich verbesserten Angebot auf

    Pressemitteilung vom 08.11.2022

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die TUI auf, für die Beschäftigten der TUI Deutschland GmbH ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen. Auch in der vierten Verhandlungsrunde am gestrigen Montag (7. November 2022) für die mehr als 3.300 Beschäftigten der größten deutschen Gesellschaft der TUI, der TUI Deutschland GmbH, legten die Arbeitgeber kein ausreichendes Angebot vor.

    „Die Beschäftigten haben seit 2019 keine tabellenwirksamen Erhöhungen mehr erhalten. Stattdessen haben sie mit Kurzarbeit und Verzicht auf flexible Gehaltsbestandteile das Unternehmen in der Corona-Krise über Wasser gehalten, während gleichzeitig viele Stellen abgebaut wurden. Jetzt hat das Reisegeschäft wieder Fahrt aufgenommen und zugleich müssen die Beschäftigten mit ihren stagnierenden Gehältern, die in den unteren Entgeltgruppen beim Mindestlohn oder nur knapp darüber liegen, die massiv steigenden Lebenshaltungskosten bestreiten“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Dennoch sei ein Tarifabschluss nach wie vor nicht in Sicht, weil das Angebot der Arbeitgeberseite bei einer Laufzeit von 18 Monaten eine zu geringe prozentuale Erhöhung vorsehe und auch die angebotene Inflationsprämie von 1.500 Euro dies nicht ausgleichen könne. Da Energie – und Lebenshaltungskosten nachhaltig gestiegen seien, wäre eine Einmalzahlung nur ein Tropfen auf den heißen Stein. 

    ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde eine Steigerung in allen Entgeltgruppen um 450 Euro sowie das Beibehalten der in dem letzten Tarifabschluss gewährten drei zusätzlichen Urlaubstage und die Abschaffung der Einstiegentgeltgruppe für Reisebüromitarbeiterinnen und -mitarbeiter bei einer 12-monatigen Laufzeit. Der Entgelttarifvertrag wurde zum 31. Dezember 2022 gekündigt.

    „Derzeit stimmen die Beschäftigten mit den Füßen ab und verlassen das Unternehmen. Sie können es sich einfach nicht mehr leisten, in der Branche zu arbeiten - vielen Kunden ist sicherlich nicht einmal bewusst, dass sich die Beschäftigten, die Reisen, die sie verkaufen, oftmals selbst nicht leisten können. So verliert die TUI jedoch ihre wichtigsten Erfolgsgaranten – ihre Beschäftigten“, erklärt Behle. „Mit dem aktuell vorliegenden Angebot wird die TUI diesen Trend jedoch nicht stoppen können. Vielmehr wird eine deutliche Nachbesserung des Angebotes, die auch die Nachhaltigkeit der Zahlungen gewährleisten kann, dringend benötigt.“

    Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. November 2022 vorgesehen.

     

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
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    E-Mail: pressestelle@verdi.de

     

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