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    ver.di wird Diakonie erneut bestreiken

    ver.di wird Diakonie erneut bestreiken

    10.07.2009

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wird erneut diakonische Einrichtungen bestreiken. Einen entsprechenden Streikaufruf für die Zeit vom 22. bis zum 25. September 2009 haben die Teilnehmer einer ver.di-Aktionskonferenz beschlossen. Bereits im Mai hatten 250 Beschäftigte aus verschiedenen diakonischen Einrichtungen in drei Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Die diakonischen Arbeitgeber halten Tarifverträge und Streiks in ihrem Bereich nach eigenem Bekunden für unzulässig, haben bislang aber trotz anderslautender Ankündigungen keinerlei arbeitsrechtliche Sanktionen gegen Streikende eingeleitet.

    „Die Diakonie missbraucht die verfassungsrechtliche Sonderstellung der Kirche, um Vergütungen im Sozial- und Gesundheitswesen unterhalb des Branchenniveaus durchzusetzen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke. Dies treibe sonderbare Blüten. So wolle etwa die katholische Caritas-Seniorendienste-Hannover gGmbH fünf Altenheime im Raum Hannover an das Evangelische Johannesstift in Berlin verkaufen. Der neue evangelische Arbeitgeber zahle um zehn Prozent abgesenkte Löhne und könne die Häuser allein aufgrund von Lohnsenkungen profitabler betreiben. Paschke kritisierte scharf, dass der Diakonische Rat am 24. Juni sowie die Kirchenkonferenz der EKD am 2. Juli 2009 auf die Arbeitsniederlegungen mit einer Verhärtung reagiert hätten. „Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben das Kirchenprivileg nicht geschaffen, um evangelische Billiglöhne zu ermöglichen“, sagte Paschke. „Notfalls muss der nächste Bundestag diese Fehlentwicklung stoppen, indem er das Kirchenprivileg präzisiert.“

    Pressekontakt

    Günter Isemeyer ver.di-Bundesvorstand Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012 Fax: 030/6956-3001 E-Mail: pressestelle@verdi.de
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