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    ver.di setzt Streiks bei Asklepios aus und erwartet vom Krankenhauskonzern, die Lage nicht auszunutzen, sondern unverzüglich Tarifverträge abzuschließen

    19.03.2020

    Die ver.di-Tarifkommission an den Asklepios-Schildautalkliniken im niedersächsischen Seesen hat angesichts der Corona-Pandemie beschlossen, die Streiks bis auf Weiteres auszusetzen. „Die Kolleginnen und Kollegen wollen jetzt für ihre Patientinnen und Patienten da sein und an ihrer Seite stehen, bis die Krise überwunden ist“, erklärte Sylvia Bühler, die im ver.di-Bundesvorstand für das Gesundheitswesen zuständig ist. „Asklepios darf diese zutiefst anständige Haltung nicht länger ausnutzen. Ich fordere den Konzern auf, unverzüglich einen Anwendungstarifvertrag zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) abzuschließen, der für kommunale Krankenhäuser gilt.“

    Seit Monaten streiten die Beschäftigten der Seesener Asklepios-Klinik ebenso wie ihre Kolleginnen und Kollegen im bayerischen Lindenlohe für eine anständige Bezahlung und die Sicherheit eines Tarifvertrages. Gesundheits- und Krankenpfleger*innen verdienen dort derzeit jedes Jahr rund 5.000 Euro weniger als in kommunalen Krankenhäusern, Physio- und Ergotherapeut*innen bis zu 8.000 Euro weniger. Statt diese Benachteiligung endlich zu beenden, gliederte Asklepios während des Arbeitskampfs in Seesen rund 120 Therapeut*innen in eine separate Tochtergesellschaft aus. Auch dagegen wehrt sich die Belegschaft.

    „Es ist beschämend, dass Asklepios, ein großer kommerzieller Krankenhauskonzern, seine Beschäftigten mies bezahlt und ihnen den Schutz eines Tarifvertrages vorenthält“, kritisierte Bühler. Angesichts der unzureichenden Entlohnung machen sich die Beschäftigten in Seesen Sorgen um die Patienten und die Zukunft der Klinik, weil es immer schwerer wird, unter diesen Bedingungen genug qualifiziertes Personal zu finden. „Mit dem Aussetzen des Streiks zeigen die Beschäftigten Verantwortungsbewusstsein und menschlichen Anstand – diesen muss nun auch der Arbeitgeber an den Tag legen und einen Tarifvertrag abschließen“, forderte Bühler. Auch im bayerischen Lindenlohe würden Streiks bis auf weiteres ausgesetzt. „In dieser akuten Krisensituation muss Asklepios seine ideologischen Vorbehalte gegen Tarifverträge überwinden und seine Beschäftigten endlich so behandeln, wie es ihnen zusteht: wertschätzend. Dazu gehört eine anständige Entlohnung, geregelt in einem Tarifvertrag.“

    Pressekontakt

    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
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