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    Pflege darf kein Armutsrisiko werden

    Pflege

    Über 2 Millionen Menschen in unserem Land sind pflegebedürftig – Tendenz steigend. Prognosen gehen für das Jahr 2030 bereits von 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen aus.

    Die bestehenden Qualitätsmängel in der Pflege, die fehlende Umsetzung des neuen Begriffs von Pflegebedürftigkeit, die Unterfinanzierung des Pflegesystems und die ausbleibende Sicherung einer würdevollen Pflege belasten Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte. Auch die aktuelle Pflegereform löst die wichtigsten Probleme nicht. Sie treibt die Neuausrichtung in der Pflege nicht voran, und die nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung ist in weiter Ferne.

    Klagen über fehlende Fachkräfte

    Seit Jahren wird der Fachkräftemangel in der Pflege beklagt. Er ist vor allem auf die zu geringe Personalausstattung, die teils untertarifliche Entlohnung und die extrem belastenden Arbeitsbedingungen zurückzuführen. Gleichzeitig wird für viele Pflegebedürftige Pflege zum Armutsrisiko. Eine Zwei-Klassen-Versorgung ist schon heute oftmals in der medizinischen Versorgung üblich. Jetzt droht auch in der Pflege, dass sich nur wohlhabende Menschen über private Absicherung und teure Zusatzleistungen eine gute Versorgung leisten können.

    Das darf es in der Pflege nicht geben. ver.di ist der festen Überzeugung, dass der ideelle und materielle Wert der Pflege in Deutschland aufgewertet werden muss. Die Pflege ist ein Menschenrecht. Jeder Mensch hat seine Würde, unabhängig davon, in welchem körperlich-geistig-seelischen Zustand er sich befindet. Diese Würde dauert bis zum Ende seines Lebens an und darf durch keinen anderen Menschen, durch keine Menschengruppe oder durch ein Gesetz aufgehoben und verletzt werden.

    ver.di hat ein Gutachten erstellen lassen, das belegt, dass eine gesetzliche Pflegevollversicherung mit einer Beitragssteigerung von 1,3 Prozentpunkten finanziert werden kann.

     ver.di fordert

     Maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige

    • Umfassende unabhängige Beratung und Hilfestellung
    • Präventionsangebote
    • Selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege in allen Bereichen
    • Stärkung der häuslichen Pflege
    • Mehr Leistungen für Demenzkranke

     Unterstützung und Anerkennung für Angehörige

    • Umfassende Beratung
    • Entlastungsstrukturen für pflegende Angehörige
    • Pflege und Beruf vereinbar machen
    • Unterstützung der Selbsthilfe

     Bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen

    • Wertschätzung und Anerkennung für die Beschäftigten
    • Attraktivere Arbeitsbedingungen und tarifliche Bezahlung
    • Investition in gut ausgebildete Fachkräfte
    • Pflege braucht Nachwuchs, auch Männer sind gezielt anzusprechen

     Gerechte Finanzierung

    • Solidarische und paritätische Finanzierung
    • Erweiterung der Einnahmebasis im Umlagesystem
    • Keine einseitige Belastung der Versicherten
    • Dynamisierung der Leistungen

     Pflegeversicherung zur solidarischen Vollversicherung umwandeln

    • Anpassung der Pflegeversicherung an die solidarische Vollversicherung in der Krankenversicherung.
    • Leistungen werden ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ausgestaltet.
    • Pflegeversicherung wird als paritätisch finanzierte Bürgerinnen- und Bürgerversicherung ausgestaltet.

     Bündnis für Pflege