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    Monika Brandl: "Chance 2011 ist zentral"

    Monika Brandl: "Chance 2011 ist zentral"

    Monika Brandl am Rednerpult Foto: Kay Herschelmann Die Vorsitzende des Gewerkschaftsrates benennt die Schwerpunkte des Gremiums.

    Die sehr gute Zusammenarbeit mit dem hauptamtlich besetzten Bundesvorstand lobte die Vorsitzende des ehrenamtlichen ver.di-Gewerkschaftsrates, Monika Brandl, am Anfang ihrer mündlichen Ergänzung zum Geschäftsbericht.

    Kein anderes Thema habe das Gremium in den letzten vier Jahren mehr beschäftigt als die Finanz- und Wirtschaftskrise. Dazu habe der Gewerkschaftsrat eine Resolution und ein Europa-Manifest beschlossen, um für die Kolleginnen und Kollegen eine Diskussionsgrundlage zu schaffen.

    In diesen Papieren gefordert seien eine Stärkung der Masseneinkommen, die Überwindung sozialer Ungleichheit, die Bewahrung des Sozialstaats, die Abwehr ungeschützter Arbeitsverhältnisse, der Ausbau von Arbeitnehmerrechten, gute Arbeit, staatliche Investitionsprogramme, der sozialökologische Umbau und der gesetzliche Mindestlohn.

    Das im Juni 2010 vom Gewerkschaftsrat ausgesandte „Oberhausener Signal“ diene dem Ziel, die Folgen der Finanzkrise nicht den Gemeinden aufzubürden und die Gewerbesteuer zu verteidigen. Notwendig sei ein „Rettungsschirm für Städte und Gemeinden, nicht nur immer für Banken“.

    Gemäß Auftrag des Bundeskongress 2007 habe der Gewerkschaftsrat nach organisationsweiter Debatte einen Entwurf für eine programmatische Grundsatzerklärung verabschiedet. Dazu seien über das ver.di-Mitgliedernetz 200 Änderungsvorschläge gekommen. „Das hat uns sehr gefreut, und auch diese Änderungen haben wir im Gewerkschaftsrat gemeinsam diskutiert und eingearbeitet.“ Auf nur siebzehn Seiten sei darin dargestellt: „Wofür stehen wir als ver.di? Was ist unser Selbstverständnis als Gewerkschaft? Was sind unsere Werte? Und an welchen Leitbildern orientieren wir uns?“

    An der Aktion „Equal Pay“ habe der Gewerkschaftsrat sich engagiert beteiligt. Denn „es ist eine Schande, dass Frauen in unserer Gesellschaft immer noch 23 Prozent weniger verdienen als Männer“.

    Mit dem 2010 beschlossenen Kommunikationskonzept wolle der Gewerkschaftsrat „den Nachrichtenfluss untereinander und in die Organisation hinein weiter verbessern. Denn was nützt der beste Beschluss, wenn er nicht bekannt ist und wenn er nicht umgesetzt und gelebt wird?“

    Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit arbeite am sparsamen Umgang mit Ressourcen auch in der Gewerkschaft selbst.

    Als ganz zentralen Punkt bezeichnete Monika Brandl die Initiative „Chance 2011“, die dazu diene, die Organisation noch stärker auf die Mitgliedsarbeit auszurichten, branchenpolitische Profile voranzutreiben, die Betriebspräsenz auszubauen und die Führungsarbeit zu intensivieren. Dazu habe das Gremium Kolleginnen und Kollegen mit besonderen Ideen eingeladen – zum Beispiel aus Thüringen-Süd, wo es in einer Klinik dank persönlichem Einsatz gelang, innerhalb kurzer Zeit den Mitgliederanteil unter den Beschäftigten auf 50 Prozent zu erhöhen.

    An der Zukunft der Fachbereiche hätten viele Kolleginnen und Kollegen in einer neuartigen Form der „Werkstatt“ mit großem Spaß und Elan, aber auch „mit großer Ernsthaftigkeit gearbeitet“. Die Stärkung des Streikfonds und die Wechselwirkungen ehren- und hauptamtlicher Führung hob die Vorsitzende als weitere Schwerpunkte des Gewerkschaftsrates hervor.

    Text: Hermann Schmid