Bildung & Ausbildung

    ver.di-Bildungsstätte soll geschlossen werden

    Trotz Leidenschaft und Tradition

    Der ver.di-Bildungsstätte in Lage-Hörste droht das Aus. ver.di IMK IMK Lage-Hörste  – Die ver.di-Bildungsstätte in Lage-Hörste

    Die ver.di-Bildungsstätte Lage-Hörste wird zum 31. Dezember 2015 geschlossen. Der ver.di-Gewerkschaftsrat (GR) ist in seiner Sitzung Mitte Mai nicht von seinem Beschluss aus der vorhergehenden Sitzung im März abgerückt. Damals hatte das Gremium Beschäftigten, Freunden und Förderern noch die Chance gegeben, mit einem schlüssigen Konzept zur Finanzierung der Lücke von mindestens 1,5 Millionen Euro für notwenige Sanierungsmaßnahmen die Schließung abzuwenden.

    Doch trotz aller Bemühungen der Betroffenen reichte es am Ende nicht. Der Gewerkschaftsrat sah keinen neuen Sachstand, blieb bei seiner Entscheidung und lehnte zwei neue Anträge ab, deren Annahme die Schließung verhindert bzw. die Entscheidung darüber weiter aufgeschoben hätten. Allein an Spenden waren nach Angaben des eigens gegründeten Vereins „Wir retten Hörste“ rund 230.000 Euro zusammengekommen. Mit weiteren Vorschlägen zu Kostensenkungen und Ertragsverbesserungen kam der Verein in seinem Bericht an den Gewerkschaftsrat auf eine Summe von 980.000 Euro. Zugleich wies er darauf hin, dass in der knappen Zeit längst noch nicht alle Möglichkeiten hätten ausgeschöpft werden können.

    Drei Stunden Diskussion

    Für die Gewerkschaftsratssitzung waren die Betroffenen noch einmal nach Berlin gereist und versuchten, die GR-Mitglieder von ihrem Konzept zu überzeugen. Unterstützt wurden sie unter anderem von dem Schauspieler Rolf Becker. Der GR diskutierte drei Stunden lang über die Vorschläge. Der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke sagte, dass die umfassende Verbesserung des Brandschutzes nicht verschoben oder abgespeckt werden könne. Die für alle Sanierungsarbeiten notwendige Summe von 4,5 Millionen Euro würde den entsprechenden Etat für alle ver.di-Bildungsstätten auf Jahre hinaus blockieren. Auch die Möglichkeit, das Geld aus dem Streikfonds zu nehmen oder die Sachkostenetats von Fachbereichen bundesweit zu kürzen, lehnte der GR ab.

    „Es geht um viel Liebe, viel Leidenschaft und viel Tradition“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Aber was Bildungsarbeit bewege, sei auch woanders zu bewegen, unter anderem im 15 Kilometer entfernten ver.di-Bildungszentrum in Bielefeld-Sennestadt. Gemeinsam mit der GR-Vorsitzenden Monika Brandl überbrachte er den Wartenden die schlechte Nachricht. „Abgekämpft, enttäuscht und mit großem Zorn“ habe er die Entscheidung zur Kenntnis genommen, schreibt der Verein auf seiner Website. Das Verhalten von ver.di widerspreche dem Grundgedanken der Gewerkschaft, Probleme offen, solidarisch und gemeinsam zu lösen. Er wolle jetzt noch andere Möglichkeiten zu einer Rettung ausloten. In dem Haus arbeiten 25 zum Teil langjährig Beschäftigte sowie zahlreiche freiberufliche Kurs- und Seminarleiter.

    Website des Vereins „Wir retten Hörste"

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