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  • Rente & Soziales : Riestern für den Staatshaushalt

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Vorsorge

Riestern für den Staatshaushalt

In punkto Rente ist die 45 eine magische Zahl. Denn die Berechnungen der Rentenversicherung stützen sich auf 45 Berufsjahre. Doch kaum jemand arbeitet noch 45 Jahre lang am Stück und zahlt so lange in die Rentenversicherung ein.

Berufsbiografien heute sind meist gebrochen: Abhängige Beschäftigung wechselt ab mit selbstständigen Phasen. Frauen pausieren weitaus häufiger als Männer in der Elternzeit. Und auch Phasen der Arbeitslosigkeit gehören für viele Menschen längst zum Leben dazu. All das hat zur Folge, dass viele Menschen im Laufe ihres Arbeitslebens nicht genügend hohe Rentenansprüche aufbauen können.
Die Politik setzt daher seit gut zehn Jahren, seit 2001, gezielt auf die private Vorsorge. Mit der Riester-Rente führte sie eine private Rentenversicherung ein, die vom Staat bezuschusst wird. Zusätzlich zur gesetzlichen Rente sollen versicherungspflichtig Beschäftigte mit einer Riesteranlage privat für ihr Alter sorgen. Parallel dazu ist jedoch weiterhin die gesetzliche Rentenversicherung die tragende Säule für die Absicherung im Alter. Die meisten Menschen sind hier versichert. Nur die Hälfte aller Frauen kann sich zusätzlich private Vorsorge nach Art der Riester-Rente leisten. Bei den Männern sind es rund zwei Drittel. Und noch weniger Frauen und Männer haben während ihrer Berufsjahre eine zusätzliche betriebliche Rente erarbeitet. Diese Altersvorsorge erhalten gegenwärtig nur 15 Prozent der Frauen und rund ein Drittel der Männer.

Für Frauen macht die private Vorsorge oft keinen Sinn

Insbesondere Frauen haben also nur wenig von dem heute propagierten Drei-Säulen-Modell der Altersabsicherung. Da sie häufig auch noch zu den Geringverdienern gehören, macht eine private Vorsorge oft gar keinen Sinn. Wer mit seiner Rentenhöhe nicht über ein bestimmtes Existenzminimum kommt, kann im Alter zusätzlich die sogenannte Grundsicherung beantragen, eine Art Sozialhilfe im Alter. Die zu geringe gesetzliche Rente wird dann vom Staat aufgestockt. Die eventuell angesparte Riester-Rente gilt in diesem Fall als anzurechnendes Einkommen. Geringverdiener haben oft kaum eine Chance, mit ihrer Rente das Niveau der Grundsicherung zu erreichen. Schließen sie eine Riester-Rente ab, dann sparen sie nicht für sich, sondern für den Staatshaushalt.
Viele der neuen Solo-Selbstständigen haben oft ebenfalls ein so geringes Einkommen, dass sie kaum ohne Hilfe gegen ihre drohende Altersarmut vorbeugen können. Die vom Staat subventionierte Riester-Rente ist den meisten von ihnen verwehrt. Die für Selbstständige geschaffene Rürup-Rente ist nur für gut Verdienende lukrativ. Deshalb fordert ver.di: Die Riester-Rente muss auch für nicht gesetzlich versicherte Selbstständige geöffnet werden. Langfristig sollen außerdem alle, auch Selbstständige, in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. ver.di setzt sich für eine Erwerbstätigenversicherung für alle ein.

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