Rente & Soziales

    Maßnahmen mit Perspektive

    Erwerbslosigkeit

    Maßnahmen mit Perspektive

    Maßnahmen mit Perspektiven Foto: Photocase Perspektiven für Erwerbslose

    Sie sind die Verliererinnen und Verlierer: die rund 900.000 Langzeitarbeitslosen. Denn sie haben es besonders schwer, einen Fuß in die Tür zum deutschen Arbeitsmarkt zu bekommen. Nur knapp zwei Prozent von ihnen fanden in den letzten Jahren, also nach Einführung der Hartz-Gesetze eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Und das, obwohl die Politik seit dem Inkrafttreten der Hartz-Gesetze und über die Wirtschaftskrise hinweg die Kunde verbreitet, es seien quasi aus dem Nichts hundertausende neue Jobs entstanden.  Doch dieses „Jobwunder“ existiert nur auf dem Papier.

    Anfang der 90er Jahre waren in Deutschland mehr als 29 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dieses Niveau wurde bis heute nicht mehr erreicht. Im Gegenteil: Mit der Deregulierung des Arbeitsmarktes wurden mit Leiharbeit, Minijobs und zunehmend befristeter Arbeit Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, die für viele Menschen nicht mehr die Existenz absichern. Rund vier Millionen Menschen gelten derzeit als unterbeschäftigt. Sie würden gerne mehr arbeiten, finden aber keine entsprechenden Arbeitsplätze.
    Zugleich wird ein großer Teil der Arbeitslosen in der offiziellen Statistik gar nicht berücksichtigt. Sie befinden sich in Fortbildungsmaßnahmen oder wurden aus anderen Gründen aus der Statistik gestrichen. Nicht erfasst ist auch die sogenannte „stille Reserve“. Dazu gehören beispielsweise diejenigen, die erwerbslos sind, Arbeit suchen, aber nicht arbeitslos gemeldet sind.
    Die Verliererinnen und Verlierer auf dem Arbeitsmarkt bleiben über 900.000 Langzeitarbeitslose, von denen fast die Hälfte länger als 24 Monate erwerbslos ist. Und mit den weiteren Sparvorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung werden die Chancen für sie, gute Arbeit zu finden, noch geringer. Denn gespart wird bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Gekürzt wird bei Weiterbildungen und Berufsabschlüssen. Langzeitarbeitslose werden weiterhin in prekäre Beschäftigung abgedrängt.

    Existenzsichernde Erwerbsarbeit für alle

    Genau das Gegenteil fordern die Erwerbslosen bei ver.di. Sie wollen existenzsichernde Erwerbsarbeit für alle. Dringend erforderlich ist dafür ein gesetzlicher Mindestlohn in allen Branchen. Außerdem sollten Erwerbslose nur solche Stellen annehmen müssen, die mindestens existenzsichernd entlohnt werden und Sozialversicherungsschutz bieten. Qualifizierungen von Erwerbslosen, wie etwa Trainingsmaßnahmen, sollten qualitativ hochwertig sein – und nicht danach ausgewählt werden, wer der billigste Anbieter ist. Denn dabei kommen meist nur sinnlose Trainings heraus. ver.di fordert daher: Gefördert werden sollen nur Maßnahmen mit Perspektive. Ein-Euro-Jobs müssen folgerichtig abgeschafft werden.
    Außerdem wollen die Erwerbslosen bei ver.di mehr Kooperation zwischen Arbeitsvermittlern und Erwerbslosen durchsetzen. Zur Konfliktlösung sollten Ombudspersonen eingesetzt werden. Kooperation würde in diesem Fall auch bedeuten, dass Sanktionen unnötig werden. Erwerbslose sollten kooperativ an ihrer Wiedereingliederung  beteiligt werden, statt mit Sanktionen wie der Kürzung des Arbeitslosengeldes II bedroht zu werden. ver.di fordert daher einen grundlegenden Richtungswechsel in der Arbeitsmarktpolitik. Denn bisher treibt diese Politik erwerbslose Menschen an den Rand der Armut.

    Weiterführende Informationen:

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      ver.di kümmert sich nicht nur um die Anliegen der abhängig Beschäftigten. In sehr vielen Bezirken gibt es Erwerbslosengruppen, die praktische Hilfe im Umgang mit den Behörden und bei der Arbeitsplatzsuche geben. Aber die Erwerbslosen in ver.di versuchen auch, mit ihrer Gewerkschaft Einfluss auf die Arbeitsmarktpoltik zu nehmen. Machen Sie doch auch mit!

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