Rente & Soziales

    Sozialwahlen 2017

    Mehr Transparenz

    Im Frühjahr finden die Sozialwahlen statt, mit 50 Millionen Wahlberechtigten immerhin die drittwichtigsten Wahlen der Republik. Ende April werden die Wahlunterlagen für diese Briefwahl verschickt, bis zum 31. Mai sollten die ausgefüllten Unterlagen wieder zurück zu den Sozialversicherungsträgern geschickt werden. Ausnahme ist die Barmer, hier ist der Wahltermin für die Versicherten der 4. Oktober.

    Bei dieser Wahl wählen die Versicherten ihre Parlamente, auch ver.di tritt mit Listen an. „Die Selbstverwaltung ist die Durchsetzung von Versicherteninteressen“, sagt das zuständige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Eva Maria Welskop-Deffaa. In den Parlamenten kontrollieren die Vertreter/innen die Geschäftsführung, sorgen dafür, dass die Interessen der Versicherten berücksichtigt werden und legen Grundsätze fest zum Beispiel bei freiwilligen Leistungen der Krankenkassen oder zu den Reha-Kliniken der Rentenversicherungsträger.

    Kein Schattendasein mehr

    „Eine starke Sozialversicherung braucht eine starke Selbstverwaltung. Eine starke Selbstverwaltung braucht starke Gewerkschaften“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Trotz ihrer großen Bedeutung für die Versicherten führen die Sozialwahlen immer noch eine Art Schattendasein, die Wahlbeteiligung von 30 Prozent bei der Wahl vor sechs Jahren reicht Bsirske und Welskop-Deffaa nicht.

    Um die Arbeit der Selbstverwaltung transparenter zu machen, stellten sie Mitte Januar in Berlin die Website sozialversicherung.watch vor. Hier können Interessierte jeweils den jeweils zehn Spitzenkandidat/innen der ver.di-Listen von Barmer, Techniker, DAK und KKH sowie bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ihre Fragen rund um die Sozialversicherungen und die Selbstverwaltung stellen. Das sind die Sozialversicherungsträger, bei denen eine Urwahl gemacht wird. Hinzu kommt noch die hkk; hier fiel erst vor Kurzem die Entscheidung, die Sozialwahl als Urwahl abzuhalten.

    Dialog auf Augenhöhe

    Sozialversicherung.watch wurde gemeinsam mit dem Team von abgeordnetenwatch.de entwickelt. Auf dieser Website können Bürger/innen seit 2004 ihre Fragen an Politiker/innen stellen, „einen Dialog auf Augenhöhe“ führen, wie Gregor Hackmack von abgeordnetenwatch.de bei der Vorstellung erläuterte. Er hofft darauf, dass sozialversicherung.watch mehr Menschen zur Teilnahme an den Sozialwahlen begeistern kann. Das Team von abgeordnetenwatch.de moderiert auch die Fragen auf der ver.di-Seite. 

    Die ver.di-Kandidat/innen beantworten die Fragen, die Antworten sind für alle einsehbar. Außerdem gibt es weiterführende Informationen über sie und ihren Lebenslauf, damit die Wahlberechtigten erfahren, wen sie wählen können.

    „Wir wollen mit Transparenz und Informationsangeboten zur Sozialwahl dafür sorgen, dass die Versicherten die Chancen auf demokratische Kontrolle und Mitwirkung stärker wahrnehmen“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Er geht davon aus, dass die Selbstverwaltung aus diesem Dialog gestärkt hervorgehen werde.

    Erreichbar bleiben

    Für Eva Maria Welskop-Deffaa ist das neue ver.di-Angebot auch eine Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung. Die ver.di-Kandidat/innen seien bislang über die Betriebe, in denen sie arbeiten, leicht erreichbar gewesen. In einer Zeit, wo die Digitalisierung dazu beitrage, dass Arbeit außerhalb von festen Arbeitsorten erledigt werden könne, müsse man auch neue Wege der Information suchen, damit die Arbeit der Selbstverwalter/innen transparent und nachvollziehbar bleibe. Und sozialversicherung.watch sei einer davon.

    Sozialversicherung.watch

    Mehr Informationen zu den Sozialwahlen

    Bei der Sozialwahl 2017 bietet ver.di erstmals die Website sozialversicherung.watch an Oliver Berg/dpa Wer die Wahl hat... – Sozialwahlen 2017

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