Recht & Datenschutz

    Erfolgreicher Betriebsrätin soll gekündigt werden

    Solidarität mit Kathy Preuß

    Berlin, 26. Januar 2018 | Kathy Preuß, seit Oktober frisch gewählte Vorsitzende des Betriebsrats der Bliestalverkehr GbR in Blieskastel, soll fristlos gekündigt werden. Die Anhörung zur Kündigung ist dem Betriebsrat zugegangen, der hat der Kündigung nicht zugestimmt. ver.di vermutet dahinter die Absicht der Arbeitgeberseite, den neuen Betriebsrat einzuschüchtern und klein zu halten.

    Ka­thy Preuß, Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de bei der Blie­stal­ver­kehr GbR Foto: J. Wollschläger/ Saarbrücker Zeitung Ka­thy Preuß, Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de bei der Blie­stal­ver­kehr GbR


    Preuß habe sich seit der Wahl vehement für die Interessen der Beschäftigten eingesetzt. Nach Berechnungen von ver.di und Betriebsrat stehen im Betrieb derzeit rund 20.000 Euro Lohnzahlungen für Zulagen und Mehrarbeit aus. „Hiermit beschäftigen sich schon Gerichte,“ sagt Christian Umlauf, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Verkehrsbereich im Saarland.

    „Jetzt soll die Vorsitzende gekündigt werden? Das ist eine Unverschämtheit für einen Betrieb, der für sein Handeln auch noch öffentliche Gelder erhält.“

    Christian Umlauf, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär

    „Der Eindruck, dass Geschäftsführer Walfried Munz Betriebsratstätigkeiten in seinem Betrieb behindert ist nicht vollkommen abwegig. Beispielsweise sind alle Kosten, die durch die Wahl des BR entstanden sind, bisher nicht gezahlt.“ Die Auslagen habe ver.di vorgestreckt. „Jetzt soll die Vorsitzende gekündigt werden? Das ist eine Unverschämtheit für einen Betrieb, der für sein Handeln auch noch öffentliche Gelder erhält,“ sagt Umlauf.

    Aktuell bekomme Preuß keine Dienstpläne und solle ihren Urlaub abfeiern. Das zuständige Arbeitsgericht sollte am 23. Januar klären, ob die gewählte Betriebsrätin fristlos gekündigt werden darf. In der Güteverhandlung kam es zu keiner Einigung. Kathy Preuß bleibt also weiter beschäftigt. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 5. Juli angesetzt.

    Eine Abmahnung nach der anderen

    Umlauf berichtet, dass Kathy Preuß ihre Rolle für die Beschäftigten sehr ernst nimmt. So habe sie immer wieder auch auf Missstände bei den Dienstplänen durch Überschreitungen der Lenk- und Ruhezeiten hingewiesen. Sie habe Probleme mit dem Gesundheitsschutz, sowie fehlende Schulungen für die Fahrerinnen und Fahrer aufgedeckt. Sie kämpfe engagiert und voller Energie für ihre Kolleginnen und Kollegen. „Zufälligerweise bekam sie zum 1.12.2017 auch als einzige kein Weihnachtsgeld ausbezahlt“, so Umlauf. Dieses Geld sei erst nach Einsatz durch ver.di unter Mithilfe das Landkreises Saar-Pfalz kurz vor Weihnachten zur Auszahlung gekommen.

    Darüber hinaus erhalte Kathy Preuß seit Monaten eine Abmahnung nach der anderen, sagt Umlauf. Zudem: Diese Abmahnungen seien zum Teil von Betrieben ausgestellt, in denen Preuß gar nicht beschäftigt ist. Inzwischen läuft für Kathy Preuß eine Online-Petition, um die Kündigung endgültig vom Tisch zu bekommen.

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