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    8,50 Euro sind das Mindeste

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    8,50 Euro sind das Mindeste

    8,50 Euro sind das Mindeste Foto: ver.di Hausfassade Schiffbauerdamm

    Knapp acht Millionen Menschen arbeiten hierzulande mittlerweile zu Niedriglöhnen; viele sind auf ergänzende Hilfen vom Staat angewiesen. Jeder dritte neue Job entstand 2010 bei einem Leiharbeitsunternehmen. Deren Angestellte verdienen oft weniger als die Hälfte dessen, was die Stammbelegschaften erhalten. Zugleich nahm die Zahl regulärer Vollzeitarbeitsplätze ab.

    Während die Löhne in Norwegen im vergangenen Jahrzehnt um etwa 30 Prozent gestiegen sind und auch die britischen Arbeitnehmer ein Plus von 15 Prozent verzeichneten, stagnieren in Deutschland die realen Arbeitseinkommen. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es hierzulande bis heute nicht. Die Folgen: Seit Jahren herrscht in vielen Branchen ein Dumpingwettbewerb. Zugleich ist die Inlandsnachfrage schwach, während der Export boomt – zu Lasten von Betrieben in anderen Ländern, die anständiger bezahlen.

    Ein Mindestlohn schafft Arbeitsplätze

    ver.di fordert seit langem auch in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn: von zunächst 8,50 Euro, der schnell auf 10 Euro ansteigen muss. Die Behauptung, dass ein Mindestlohn viele Arbeitsplätze vernichtet, wird nicht nur durch langjährige Erfahrungen im Ausland widerlegt. Die steigende Binnennachfrage würde im Gegenteil schätzungsweise sogar 100.000 neue Jobs schaffen.

    Die gebetsmühlenartig geforderte und mehrfach beschlossene Senkung der „Lohnnebenkosten“ untergräbt auf Dauer die Leistungen der Sozialversicherungen. Die aber sichern die Menschen im Fall von Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit ab. Senkungen der Sozialversicherungs-Beiträge kommen allein den Unternehmen zugute, während die Versicherten entweder schlechtere Leistungen bekommen oder über Zusatzbeiträge und Gebühren die Lücken stopfen müssen.

    Gerecht geht anders

    ver.di kämpft deshalb für gut ausgebaute Sozialversicherungen, die von Arbeitgebern – und Beschäftigten zu gleichen Teilen finanziert werden. Zusammen mit guten Bildungsangeboten und öffentlichen Dienstleistungen sind sie die zentralen Bausteine für einen gerechten und solidarischen Sozialstaat.

    Auf der Website wipo.verdi.de veröffentlicht der Bereich Wirtschaftspolitik von ver.di alle zwei Wochen aktuelle Analysen zur Finanz- und Wirtschaftspolitik, die auch per E-Mail bestellt werden können. Außerdem stehen dort zahlreiche Publikationen zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung.

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