Politik & Wirtschaft

    Fair wirtschaften

    Sozial-ökologischer Umbau

    Fair wirtschaften

    Fair wirtschaften Foto: Visum ver.di Personengruppe vor Rapsfeld

    In den vergangenen Jahren dominierte die Perspektive: Wer den niedrigsten Preis verlangt, soll sich durchsetzen. Diese Fixierung auf einen einzigen Wirtschaftsfaktor ignoriert die Kosten, die anderswo anfallen: Sinkende Löhne und unsichere Arbeitsverträge belasten nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Sozialsysteme. Und auch mangelnder Umweltschutz geht zu Lasten der Allgemeinheit. „Möglichst billig – koste es, was es wolle“ ist deshalb in Wirklichkeit ein Umverteilungsmechanismus zu Gunsten der Privatwirtschaft und zu Lasten von Gesellschaft und Staat. ver.di setzt sich deshalb für einen sozialökologischen Umbau ein.

    Wer schlechte Löhne zahlt, kein Geld für Weiterbildung ausgibt und beim Materialeinkauf nur auf den niedrigsten Eurobetrag achtet, kann keine gute Qualität liefern. Für den Staat wird das oft teuer: Viele Löhne werden heute aus den Sozialkassen aufgestockt, weil sie nicht zum Überleben reichen. Für Umweltbelastungen müssen oft völlig unbeteiligte Menschen mit ihrer Gesundheit bezahlen – und ihre Krankenkassen.

    Der Staat als einflussreicher Großkunde

    Staatliche Stellen ordern in Europa Waren und Dienstleistungen im Wert von 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland sind es vor allem die Kommunen, die alles vom Gummistiefel bis zur Kloschüssel, von der Internetseite bis zum Bau einer Kita in Auftrag geben. ver.di fordert, dass die Verwaltungen bei ihren Bestellungen nicht allein auf den Einkaufspreis achten, sondern genauso soziale und ökologische Aspekte einbeziehen. Das spart nicht nur viele Folgekosten. Durch seine wirtschaftliche Macht prägt der Staat auch den Markt.
    Wäre klar, dass öffentliche Einkäufer nur noch solche Firmen beauftragen, die Mindestlöhne zahlen, junge Menschen ausbilden und energieeffizient produzieren, würde sich das schnell als Standard durchsetzen. Auch wer seine Waren aus asiatischen Fabriken bezieht, in denen 15-Stunden-Schichten an der Tagesordnung sind und giftige Gase durch die Hallen wabern, hätte endlich einen wirtschaftlichen Nachteil, wenn dort keine Behörde mehr etwas kaufen würde. Dagegen könnte der faire Handel boomen.

    ver.di fordert sozialökologische Beschaffung

    Seit Jahren setzt sich ver.di zusammen mit anderen Gewerkschaften, Umwelt- und Fair-Handels-Organisationen im CorA-Netzwerk dafür ein, dass die öffentliche Hand ihre Aufträge nach sozialökologischem Kriterien vergibt. Seit Ende 2008 erlaubt das deutsche Recht immerhin diese Möglichkeit. Auch Mindestanforderungen an Auftragnehmer, was Energieeffizienz und Luftreinhaltung angeht, sind inzwischen durchgesetzt. Doch das reicht nicht. Denn bisher darf eine Stadt beispielsweise nicht fordeUnten entlasten, oben belastenrn, dass auf der Baustelle für eine Schule bestimmte Mindestarbeitsbedingungen herrschen müssen.
    ver.di fordert, dass bei der 2012 anstehenden Novelle des EU-Vergaberechts Tariftreue und Arbeitsschutz endlich genauso wichtig genommen werden wie technische Anforderungen an das Produkt oder dessen Preis. Die EU-Verordnungen müssen dafür sorgen, dass öffentliche Verwaltungen zu Pionieren eines nachhaltigen Konsums werden.

    Mit Energie die Wende vorantreibenUnten entlasten, oben belasten

    Der Klimawandel hat längst begonnen. Kein vernünftiger Mensch zweifelt noch daran, dass eine Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperaturen um mehr als 2 Grad katastrophale Folgen hätte. Es gilt, Erdöl und Kohle als Energieträger so schnell wie möglich auszurangieren. Atomkraft ist keine Alternative, wie die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima eindrücklich belegt haben: Eine Technik mit solch weitreichenden Folgen ist unverantwortbar. Die dort arbeitenden Menschen sind hochqualifiziert und müssen für neue Aufgaben weitergebildet werden.
    Viele Stadtwerke sind längst auf dem richtigen Weg: Sie fördern Energiesparen und setzen bei der Erzeugung zunehmend auf Kraft-Wärme-Kopplung und einen raschen Ausbau erneuerbarer Energien.

    Weiterführende Informationen:

    Weitere Artikel zu diesem Thema:

    Vor Ort

    Sie wollen mal mit ver.di-Leuten reden? Fragen stellen oder reinschnuppern? Finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Interaktive Karte Ansprechpartner finden

    Newsletter

    Sie wollen informiert bleiben? Dann registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihren persönlichen Newsletter mit allen News und Infos zu unseren Aktionen und Kampagnen.

    Jetzt abonnieren Immer informiert!