Tarifnews

    ver.di fordert Bundesregierung auf, Anlegerschutz nachzubessern

    Banken und Sparkassen

    ver.di fordert Bundesregierung auf, Anlegerschutz nachzubessern

    05.07.2011 | Der Gesetzentwurf zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts wird dem Anspruch, den Anlegerschutz bei Beratung durch Finanzvermittler vergleichbar zu regeln, wie zuletzt für die Banken und Sparkassen, nicht annähernd gerecht.

    Anlässlich der morgen stattfindenden öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag fordert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong: „Die Bundesregierung muss hier dringend nachbessern“.

    Wie bei Banken und Sparkassen müssen auch die Finanzvermittler durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und nicht durch die fachfremden Gewerbeaufsichtsämter geprüft werden. Überhaupt nicht nachvollziehbar sei, dass an die Finanzvermittler bezüglich der Mindestqualifikation geringere Anforderungen gestellt würden als an die Bankberater.

    „Das Gesetz muss dem Anlegerschutz sowohl bei Banken als auch bei Vermittlern mindestens in gleicher Weise Rechnung tragen. Deshalb muss die Verpflichtung, nur solche Produkte zu empfehlen, die für den Kunden geeignet sind, unbedingt ins Gesetz geschrieben werden“, betont der Gewerkschafter. Es sei völlig unverständlich, weshalb Kundenbeschwerden über Vermittler nicht an die BaFin gemeldet werden sollen. „Gerade bei Vermittlern ist die Gefahr einer Fehlberatung wegen der bonusbasierten Vergütungen besonders gegeben“, so Foullong weiter.

    Ein weiterer großer Mangel sei, dass das Gesetz keine Regelungen enthalte, welche Finanzvermittler verpflichtet, eigene Vertriebsvorgaben so zu gestalten, dass sie Kundeninteressen nicht beeinträchtigen.