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    Studie des Pestel Instituts

    Mindestlohn ist sozial und bringt Kaufkraft

    Berlin, 9. Juli 2013 | Die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro ist nicht nur sozial, sondern auch für die Wirtschaft gut. Das ISP Eduard Pestel Institut für Systemforschung in Hannover hat nachgerechnet und kommt bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro in Deutschland auf einen Anstieg der Kaufkraft von mehr als 19,1 Milliarden Euro. „Der Mindestlohn ist damit ein eigenständiges Konjunkturprogramm, das über eine Stärkung der Binnenkaufkraft das derzeit eher mäßige Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik anschieben kann“, sagte der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg bei einem Pressegespräch am Dienstag in Berlin.

    ver.di und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatten die Berechnungen in Auftrag gegeben, wie sich der Mindestlohn von 8,50 Euro auf die Kaufkraft auswirkt. „Wir bewegen uns mit diesen Zahlen sogar noch auf der vorsichtigen Seite“, betonte Matthias Günther, Vorstand und Studienleiter des ISP Eduard Pestel Instituts für Systemforschung. Insgesamt würden mehr als neun Millionen Beschäftigte unmittelbar von dem Mindestlohn profitieren. In Westdeutschland betrüge die zusätzliche Kaufkraft über 13,5 Milliarden Euro. In Ostdeutschland brächte der Mindestlohn einen Kaufkraftschub von über 5,6 Milliarden Euro.

    Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn ist aus Sicht der Gewerkschaften auch ein Beitrag zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit in der Wirtschaft. Jährlich werden mehr als zehn Milliarden Euro an ergänzendem Arbeitslosengeld II als Lohnsubvention gezahlt. Allein im Handel stocken die Jobcenter mit 1,5 Milliarden Euro Niedrigstlöhne auf. „Wir brauchen den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, damit endlich Schluss ist mit einem Geschäftsmodell, das auf Lohnarmut der Beschäftigten setzt und sich dabei – zu Lasten des fairen Wettbewerbs – vom Staat und damit den Steuerzahlern subventionieren lässt“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

    Hier gibt es den Bericht des Pestel-Instituts als Download (in der rechten Spalte auswählen)