Tarifnews

    Gesetzliche Regelung gefordert

    Unterschriften und Demo in Stuttgart gegen Personalmangel in Kliniken

    13.05.2013 | In deutschen Kliniken herrscht chronischer Personalmangel. Das hat ver.di beim Personalcheck in 200 Kliniken Mitte Februar dokumentiert. Nur ein Personalbemessungsgesetz kann Abhilfe schaffen. Die Politik muss schnellstmöglich handeln, finden rund 29.000 Krankenhausbeschäftigte aus Baden-Württemberg und haben inzwischen einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel unterschrieben.

    Chronisch unterbesetzt

    „Wie viele Kolleg/innen seid ihr? Und wie viele müsstet ihr sein, um die Arbeit in der notwendigen Qualität machen zu können?", das hatten ver.dianer/innen die Beschäftigten beim Personalcheck in den Kliniken gefragt. Nicht nur die Pflegekräfte und das ärztliche Personal, sondern auch die Beschäftigten in den Küchen und Wäschereien, die Reinigungs- und die Technikkräfte. Anschließend wurden die Zahlen hochgerechnet. Insgesamt müssten, so das Ergebnis der Befragung, in den deutschen Kliniken rund 162.000 Kräfte mehr eingestellt werden. „Der Wettbewerb der Krankenhäuser um immer geringeren Personaleinsatz und die niedrigste Fachkräftequote muss beendet werden“, sagte das ehemalige ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke angesichts der Ergebnisse. Maßstab müsse wieder das Wohlergehen der Patienten werden.

    Unterschriften und Demo in Stuttgart

    Eine gesetzlich geregelte Personalbemessung in den Krankenhäusern sowie eine verbesserte Finanzierung fordern die Unterzeichner des Briefs an die Bundeskanzlerin. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird am morgigen Dienstag, 14. Mai, in Stuttgart demonstriert. Der Zug mit über hundert Beschäftigten startet am Herzog-Christoph-Denkmal auf dem Schlossplatz um 11 Uhr und zieht über die Bolzstraße zur Post. Dort folgt eine Kundgebung zur gesetzlichen Personalbemessung und zur Finanzierung von Krankenhäusern. Anschließend wird das Paket mit den Unterschriften auf die Post gegeben. Zieladresse: Bundeskanzleramt.

    Und das steht in dem Brief an Angela Merkel

    „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

    wir Beschäftigte der Krankenhäuser in Baden-Württemberg halten die Lage in den Kliniken für zunehmend unerträglich. Wir akzeptieren nicht länger, dass die jahrelange, massive Unterfinanzierung der Krankenhäuser zulasten von uns Beschäftigten und der Patienten ausgetragen wird. Wir fordern Sie deswegen auf, die Krankenhausfinanzierung gesetzlich so zu verbessern, dass wir unter Bedingungen arbeiten können, die weder unsere Gesundheit noch die Patienten gefährden.

    Wir fordern:

    1. Mehr Geld für Krankenhäuser. Die Kosten eines wirtschaftlich arbeitenden Krankenhauses müssen durch die Finanzierung gedeckt werden,

    2. Eine gesetzliche Personalbemessung und ihre Finanzierung, damit nicht der Kampf der Krankenhäuser gegen Defizite durch eine ständige Reduzierung von Personal ausgetragen wird.“