Tarifnews

    Kritik am Personalabbau bleibt bestehen

    ver.di und Karstadt unterzeichnen Tarifsozialplan

    Berlin, 2. April 2015 | ver.di hat mit Karstadt einen Tarifsozialplan vereinbart. Dieser sieht unter anderem die Einrichtung eines Fonds in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro vor. Hieraus erhalten Beschäftigte, die im Rahmen der derzeit laufenden Kündigungen in den nächsten Monaten in eine Transfergesellschaft wechseln, einen Betrag in Höhe von 2.300 Euro um soziale Härten abzufedern.

    Die Beschäftigten der sechs Schließhäuser (die Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart, die K-Town-Filialen in Köln und Göttingen sowie die Schnäppchenmärkte in Paderborn und Frankfurt/Oder) bekommen wie bereits zuvor vereinbart rückwirkend für ein Jahr die Folgen aus dem Ausstieg aus der Tarifbindung finanziell kompensiert.

    „Der Tarifsozialplan kann zumindest einen Teil der entstehenden Härten abmildern.“

    Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer für Karstadt

    „Mit diesem Tarifsozialplan wollen wir die Kolleginnen und Kollegen unterstützen, die ihre Kündigung erhalten haben. Wir wissen, dass wir die Folgen der Erwerbslosigkeit nicht vollständig abfedern können. Der Tarifsozialplan kann aber zumindest einen Teil der entstehenden Härten abmildern“, sagte Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer für Karstadt. Der Tarifsozialplan ergänzt die Sozialplanregelungen, die der Gesamtbetriebsrat im Februar mit Karstadt vereinbart hatte.

    Peukes erneuerte die Kritik am Abbau von insgesamt rund 2.400 Arbeitsplätzen bei Karstadt. „Wir wollen, dass Karstadt zu einem erfolgreichen Zukunftswarenhaus wird. Die Entscheidung der Arbeitgeber, insgesamt 2.400 Stellen zu streichen, steht dazu im Widerspruch und ist nicht der richtige Weg.“ Die Kundinnen und Kunden erwarteten in einem Warenhaus gute Beratung und besten Service und dafür bräuchte es ausreichendes und motiviertes Personal auf den Verkaufsflächen, so Peukes.

    ver.di fordert für die nächsten Tarifverhandlungen unter anderem eine tarifvertragliche Standortsicherung für alle Karstadt-Häuser (Warenhaus, Sport und Premium) sowie eine tarifliche Regelung zur Beschäftigungssicherung für alle verbleibenden Arbeitsplätze. „Wir wollen von der Arbeitgeberseite ein Konzept sehen, mit dem sich alle verbleibenden Häuser in den nächsten Monaten erfolgreich aufstellen können. Dazu gehören für uns unverzichtbar die Standort- und Beschäftigungssicherung“, sagte Peukes.

    Karstadt-Warenhaus Reinhardt/dpa Karstadt-Warenhaus