Tarifnews

    Kooperation von ver.di und Jungen Verlagsmenschen

    ver.di will Nachwuchs in der Buch- und Medienbranche stärken

    2. November 2016 | Der Zeitpunkt könnte nicht passender sein: Am 7. November 2016 beginnt die nächste ver.di-Aktionswoche „Gute Ausbildung – Gute Arbeit“, kurz vor dem Start beginnt ver.di mit dem Verein Junge Verlagsmenschen (JVM) eine bundesweite Zusammenarbeit. Dabei geht es um gute Ausbildungsbedingungen, faire Bezahlungen und einen guten Start in der Verlagsbranche für junge Menschen.

    „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Jungen Verlagsmenschen und wollen gemeinsam wichtige Schritte unternehmen, um bessere Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs der Buchbranche zu erreichen.“

    René Rudolf, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Verlage, Druck und Papier

    Vor allem in tarif- und arbeitsrechtlichen Fragen wollen ver.di und JVM zusammenarbeiten. Das Ziel ist, die beruflichen Bedingungen für den Nachwuchs in der Buch- und Medienbranche zu verbessern. Damit bauen ver.di und JVM die schon seit 2014 existierende regionale Zusammenarbeit aus. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Jungen Verlagsmenschen und wollen gemeinsam wichtige Schritte unternehmen, um bessere Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs der Buchbranche zu erreichen“, sagt René Rudolf, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Verlage, Druck und Papier.

    Der häufig schwierige Berufsstart in der Buchbranche, unter anderem aufgrund von schlecht bezahlten Volontariaten und Praktika, ist ein wichtiges Thema bei den Jungen Verlagsmenschen und führte 2014 zur Gründung der vereinsinternen Arbeitsgemeinschaft Nachwuchsrechte. „Die Jungen Verlagsmenschen sind keine Gewerkschaft und sollen auch keine sein. Aber das Thema Arbeitnehmerrechte taucht bei uns häufig auf, viele fragen, warum es etwa keinen Tarifvertrag für Volontäre in Verlagen gibt. Mit ver.di haben wir jetzt einen starken Partner an unserer Seite, der uns kompetent berät“, erklärt Lena Augustin, 1. Vorsitzende des JVM in einer gemeinsamen Erklärung von ver.di und JVM.

    Längerfristige Praktika werden fast ausschließlich als studienbegleitende Pflichtpraktika ausgeschrieben, weil dann kein Mindestlohn fällig wird. Und ob für ein Volontariat der Mindestlohn gezahlt werden muss, hängt von den konkreten Beschäftigungsbedingungen ab und ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen. „Eine Verbesserung der Situation ist nur möglich, wenn der Nachwuchs seine Rechte kennt und ein Bewusstsein dafür entwickelt, was beispielsweise ein gutes Praktikum oder Volontariat ausmacht und wie faire und angemessene Arbeitsbedingungen aussehen“, sagt Selina Reimer, Koordinatorin der ver.di-Kooperation für die AG Nachwuchsrechte der JVM. Im Frühjahr 2017 ist das nächste überregionale Kooperationstreffen zwischen ver.di und den JVM geplant.

    Mehr erfahren

    • ver.di Fachgruppe Verlage, Druck und Papier im Fachbereich Medien, Kunst und Industrie
    • JVM-Umfrage zu Bezahlung, Stellenbeschreibung und tatsächlicher Arbeit in Volontariat und Praktika
    • JVM: Verein Junge Verlagsmenschen im Netz

     

    Bücher als Druckmittel im Streit mit den Verlagen? Foto: Zucchi/DPA Bildfunk  –