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Starkes Signal: Streik bei Amazon

14.05.2013 | Tariflicher Schutz ist den Beschäftigten wichtig. Das gilt vor allem für die Beschäftigten im Handel, die diesen bisher genossen haben. Das gilt aber auch für Beschäftigte, die erst neu dafür kämpfen. Wie bei Amazon. Heute kam es erstmals zu ganztägigen Streiks bei Amazon in Leipzig und in Bad Hersfeld. Nach dem Abbruch von Gesprächen mit der Geschäftsführung über einen Anerkennungstarifvertrag hatten sich die Amazon-Mitarbeiter in Leipzig und Bad Hersfeld mit über 97 Prozent für Streiks ausgesprochen. Heute war es dann soweit. An beiden Standorten wurde ganztägig die Arbeit niedergelegt.

Die Beschäftigten kämpfen darum, zukünftig unter den Schutz von Tarifverträgen auf dem Niveau der Einzel- und Versandhandelsbranche zu gelangen und existenzsichernde Arbeitsbedingungen zu erreichen. „Mehr als 1.500 Menschen in der Früh- und Spätschicht haben sich an den Streiks bei Amazon beteiligt. Das ist ein starkes Signal und macht deutlich, wie groß das Bedürfnis der Menschen nach einem verbindlichen tariflichen Schutz ist“, sagte Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel.

ver.di will für die Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld, 3.300 Beschäftigte, und die Beschäftigten in Leipzig, rund 2.000 Beschäftigte, unter anderem ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtarbeitszuschläge, Sonn- und Feiertagszuschläge, wie sie in der Branche üblich sind, und eine tarifliche Bezahlung durchsetzen. Kein einziger Amazon-Standort in Deutschland unterliegt bisher einer Tarifbindung.

Tarifrunde Handel

Auch im Handel kämpfen tausende Beschäftigte um ihre tarifliche Existenzsicherung. Bereits in den vergangenen Tagen hatten mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Für heute hatte ver.di abermals zu Warnstreiks in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen aufgerufen. In zahlreichen Städten unter anderem in München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, Essen und Düsseldorf kam es zu Demonstrationen und Streikversammlungen. Die Beschäftigten fordern eine spürbare Entgelterhöhung in der anstehenden Tarifrunde.

„Nach den ersten Verhandlungen in acht Bundesländern bestätigt sich, dass das, was die Arbeitgeber schönfärberisch als Modernisierung verkaufen wollen, in der Realität nichts anderes bedeutet als die drastische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von rund drei Millionen Beschäftigten“, sagte Stefanie Nutzenberger. Ein zukunftsfähiger Tarifvertrag, der die Belange der Beschäftigten, nicht die Gewinne der Aktionäre und Eigentümer im Blick hat, sehe anders aus.

Die Beschäftigten im Einzelhandel erwarteten in der laufenden Tarifrunde eine spürbare Entgelterhöhung. Die Arbeitgeber aber haben bislang ein konkretes Angebot verweigert. Stattdessen versuchen sie, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verschlechtern. „Tarifverträge schützen vor Arbeitgeberwillkür und setzen existenzielle Mindeststandards, die wir gemeinsam mit den Beschäftigten verteidigen werden“, betonte Nutzenberger. Dies betrifft sowohl die Beschäftigten im Handel als auch bei Amazon, die erst seit kurzem für tarifvertraglichen Schutz kämpfen.

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