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    Bewerbungsfrist 1. September

    Hans-Böckler-Stiftung unterstützt Studieren ohne Abitur

    15.05.2013 | Studieren ohne Abitur – das ist möglich mit erfolgreichem Berufsabschluss und mindestens drei Jahren beruflicher Praxis. Um die Chance auf ein erfolgreiches Studium auf dem „Dritten Bildungsweg“ zu erhöhen, hat das Studienförderwerk der deutschen Gewerkschaften in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule Niederrhein ein Modellprojekt aufgelegt. Die Bewerbungsfrist für das Förderprogramm wurde auf den 1. September 2013 verlängert.

    Der „Dritte Bildungsweg“, das Studieren ohne Abitur, wird bislang wenig genutzt. Unter den Studienanfänger/-innen 2010 waren bundesweit nur 2,1 Prozent ohne Abitur. Die Hans-Böckler-Stiftung will mit ihrem Modellprojekt erkunden, wie neue Brücken vom Beruf ins Studium aussehen müssen um das Studieren ohne Abitur zu erleichtern und voranzutreiben.

    Das Förderprogramm richtet sich an beruflich qualifizierte aus dem gewerblich-technischen Bereich und aus dem Gesundheitsbereich. An der Universität Duisburg-Essen kann innerhalb des Programms unter sieben ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen gewählt werden. An der Hochschule Niederrhein in Krefeld stehen zwei gesundheitswissenschaftliche Studiengänge zur Auswahl. Alle neun sind Vollzeit-Studiengänge und werden mit dem „Bachelor of Science“ abgeschlossen. Zum Programm gehören Vorbereitungskurse, Lerngruppen und E-Learning-Angebote. Zudem erhalten alle Projektteilnehmer/-innen ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung. 90 berufserfahrene Studenten/innen sollen in den kommenden Jahren gefördert werden.

    Hilfe schon vor dem Start

    Mehrere Monate vor Studienbeginn werden die noch berufstätigen Teilnehmer/innen in einem Seminar auf ihren neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Themen sind die Vereinbarkeit von Studium und Familie, das Zeitmanagement an der Hochschule oder tarifliche Regelungen zur Weiterbildung. Auch können die angehenden Studenten die künftige Hochschule schon mal kennenlernen. Drei Monate vor Studienbeginn frischen die Studenten ihr Wissen in kleinen Lerngruppen in Kursen auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt werden sie mit einem Stipendium aus Mitteln der Hans-Böckler-Stiftung gefördert. Sie erhalten bis zu 970 Euro pro Monat. Durch einen Familienzuschlag kann die Summe auf rund 1.200 Euro anwachsen. Die Stipendienzahlungen während des Studiums richten sich nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Auch während der ersten beiden Semester gibt es Lerngruppen.

    Das müssen die Studenten vorweisen

    Wer ein Stipendium ergattern möchte, der muss die Berufsausbildung mit guten bis sehr guten Leistungen abgeschlossen haben. Zusätzlich sind drei Jahre Berufserfahrung vorzuweisen. Das angestrebte Studienfach muss zum Beruf passen. Bei den Ingenieurwissenschaften an der Uni Duisburg-Essen trifft dies auf über 150 gewerblich-technische Berufe zu. Von der Augenoptikerin bis zum Hochbaufacharbeiter, von der Mechatronikerin bis zum Zerspanungsmechaniker. Für den Studiengang Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsinformatik (EHealth) an der Hochschule Niederrhein können sich unter anderem Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen sowie Medizinische Fachangestellte bewerben, aber auch Kaufleute im Gesundheitswesen. Zusätzliche Voraussetzung ist ein gewerkschaftliches und/oder gesellschaftspolitisches Engagement.

    Weitere Informationen zum Studium und zum Bewerbungsverfahren erhalten Interessierte im Internet unter http://www.boeckler.de/40936.htm. Spezielle Fragen beantwortet eine Hotline der Hans-Böckler-Stiftung: 0211-7778-605 (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr).

    Die Stipendien werden unter anderem aus abgeführten Aufsichtsratsgeldern finanziert, die an die Hans-Böckler-Stiftung gehen. Denn, was viele nicht wissen, Gewerkschafter/-innen müssen ihre Aufsichtsratsvergütungen zu einem Großteil abführen.