Tarifnews

    2,3 Prozent und 2 Prozent mehr

    Tarifabschluss im NRW-Einzelhandel

    Recklinghausen, 29. August 2017 | Der Tarifkonflikt im nordrhein-westfälischen Einzelhandel ist beendet. ver.di und der Handelsverband NRW einigten sich am Vormittag in Recklinghausen auf einen Tarifabschluss für die 711.000 Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel. Danach steigen die Löhne und Gehälter rückwirkend zum 1. Juli 2017 um 2,3 Prozent und zum 1. Mai 2018 um weitere zwei Prozent. Hinzu kommt im März 2018 eine Einmalzahlung von 50 Euro für Vollzeitbeschäftigte und 25 Euro an Auszubildende. Die Ausbildungsvergütungen werden leicht überproportional erhöht. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 24 Monate.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA Die Arbeitgeberseite verweigerte die Allgemeinverbindlichkeit. ver.di hat für den 9. September zu einem zentralen Aktionstag in Düsseldorf für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge aufgerufen. Dazu werden auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske erwartet


    ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer erklärte: „Die jetzt durchgesetzten Reallohnerhöhungen sind dem Streik der vielen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken. Auch, wenn viele Beschäftigte mehr erwartet haben: Jeder zusätzliche Euro in den Taschen der Beschäftigten bedeutet einen Erfolg im Kampf gegen heutige Armut und gegen Armut im Alter.“ Man sei „einen Schritt weiter, aber noch weit entfernt von einer wirklichen Lösung der Probleme der Beschäftigten im Einzelhandel.“

    Die Tarifverträge für allgemeinverbindlich für alle Handelsunternehmen in NRW zu erklären, scheiterte an der Arbeitgeberseite. ver.di werde den Kampf für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel fortsetzen, sagte Zimmer: „Dem Verdrängungswettbewerb in der Branche auf Kosten der Beschäftigten müssen Schranken gesetzt werden“. Die Gewerkschaft hat für den 9. September zu einem zentralen Aktionstag in Düsseldorf für die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge aufgerufen. Dazu werden auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske erwartet.