Tarifnews

    Meilenstein gegen Ausgliederung

    Endlich Einigung im Tarifkonflikt am Botanischen Garten Berlin

    23. September 2016 - Nach 14 Verhandlungsrunden hat ver.di am 21. September eine Einigung über den Entgelt- und den Manteltarifvertrag mit der Betriebsgesellschaft des Botanischen Gartens und der Freien Universität Berlin erreicht. Damit konnte nach der 20 Monate andauernden Auseinandersetzung die schrittweise Annäherung an den Tarifvertrag für die Beschäftigten der Länder (TV-L) durchgesetzt werden. Mit dem Abschluss werden die Gehälter für Beschäftigte und Auszubildende in drei Stufen steigen: auf 80 Prozent des TV-L-Niveaus zum 1. Januar 2016, auf 90 Prozent ab 1. Januar 2018 und auf 100 Prozent zum Beginn des Jahres 2019. Die Beschäftigten erhalten im ersten Schritt der Gehaltserhöhungen zwischen 140 und 500 Euro mehr pro Monat. Für 2015 wurde eine Einmalzahlung von 700 Euro vereinbart. Der Urlaubsanspruch erhöht sich um drei zusätzliche Tage auf 30 Tage. 

    Der Tarfivertrag enthält ein Sonderkündigungsrecht der Betriebsgesellschaft zum Ende des kommenden Jahres für den Fall, dass der Berliner Senat die Tariferhöhungen für 2018 und 2019 entgegen anders lautender Zusagen an die Freie Universität nicht ausfinanziert. Erklärtes Ziel ist die Übernahme des TV-L im Entgelt- und Manteltarifvertrag ab 1. Januar 2020. 

    „Der Tarifabschluss in der 100-prozentigen Tochter der Freien Universität ist ein Meilenstein für ver.di im Kampf gegen Ausgliederung zum Zwecke der Tarifflucht.“

    Jana Seppelt, ver.di-Verhandlungsführerin

    „Der Tarifabschluss in der 100-prozentigen Tochter der Freien Universität ist ein Meilenstein für ver.di im Kampf gegen Ausgliederung zum Zwecke der Tarifflucht“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin Jana Seppelt. Im Hintergrund der Verhandlungen standen jahrelanges Lohndumping, Betriebsratsmobbing und Outsourcing an Deutschlands größtem Botanischem Garten. Beschäftigte der Betreibergesellschaft verdienten bis zu 72 Prozent wengier als Angestellte der Freien Universität, die dieselbe Arbeit leisten wie ihre „outgesourcten“ Kolleg/innen. Die gewerkschaftliche Arbeit wurde lange Zeit schlechtgeredet und behindert. „Wir waren erfolgreich, weil wir auf gewerkschaftliche Organisierung in Verbindung mit einer klaren und konfliktorientierten Kampagne gegenüber den politisch Verantwortlichen gesetzt haben“, so Jana Seppelt.

    ver.di-Mitglieder im Botanischen Garten Berlin haben sich durchgesetzt: Ihr Kampf gegen Tarifflucht war erfolgreich. ver.di Aktive im Botanischen Garten Berlin  – ver.di-Mitglieder im Botanischen Garten Berlin haben sich durchgesetzt: Ihr Kampf gegen Tarifflucht war erfolgreich.