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    Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag unverzichtbar

    Mindestlohn in der Pflege auf weitere Beschäftigte ausgeweitet

    ver.di begrüßt, dass ab dem 1. Oktober 2015 der Pflegemindestlohn auf weitere Beschäftigtengruppen ausgedehnt wird. Die Höhe des Pflegemindestlohns ist aber für diese verantwortungsvolle Arbeit noch immer viel zu niedrig. Deshalb strebt die Dienstleistungsgewerkschaft einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag an.

    ver.di fordert eine Aufwertung der Pflegeberufe, mehr Geld und mehr Personal. Renate Koßmann ver.di fordert eine Aufwertung der Pflegeberufe


    Künftig haben nach der Verordnung des Bundesarbeitsministeriums Beschäftigte, die in nicht unerheblichem Umfang gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig werden, ebenfalls Anspruch auf den Pflegemindestlohn. Dies sind insbesondere Alltagsbegleiterinnen, Betreuungskräfte von Menschen mit dementiellen Erkrankungen und Assistenzkräfte. Die Beschäftigten in den alten Bundesländern und Berlin erhalten ab dem 1. Oktober 9,40 Euro pro Stunde, ab 1. Januar 2016 steigt der Lohn auf 9,75 Euro und ab 1. Januar 2017 auf 10,20 Euro pro Stunde, in den neuen Bundesländern ab 1. Oktober auf 8,65 Euro pro Stunde, ab 2016 auf 9 Euro und 2017 dann auf 9,50 Euro. Fallen die Beschäftigten unter einen Tarifvertrag mit für sie günstigeren Regelungen, gilt weiterhin die tarifvertraglich festgeschriebene Lohnhöhe.

    Dennoch bliebe es ein Armutszeugnis, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler, dass Menschen in der Altenhilfe für diese verantwortungsvolle, körperlich und emotional sehr belastende Arbeit oft sehr schlecht bezahlt würden, vor allem bei privaten Trägern. ver.di hatte sich in der Pflegemindestlohnkommission für eine Ausweitung des Geltungsbereichs des Mindestlohns stark gemacht und eine Lohnhöhe von mindestens 12,50 Euro in der Stunde gefordert. Diese deutliche Anhebung scheiterte vor allem an der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und privaten Altenheimbetreibern. Um die zum Teil beschämend niedrigen Entgelte in der Altenpflege anzuheben und den Beruf attraktiver zu machen, will ver.di mit den Wohlfahrtsverbänden einen Tarifvertrag verhandeln, der für allgemeinverbindlich erklärt werden soll und damit für alle Träger bindend wäre.