Tarifnews

    Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie

    Zuschläge für Leiharbeiter

    19. Dezember 2012 | Leiharbeitsbeschäftigte in der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie erhalten künftig schon nach vier Wochen Einsatzdauer in einem Kundenbetrieb Zuschläge auf den Leiharbeits-Tariflohn. Diese Branchenzuschläge hat ver.di mit den Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit ausgehandelt. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Entlohnungsbedingungen von Leiharbeitsbeschäftigten zu verbessern“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

    Das mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) erzielte Verhandlungsergebnis sieht vor, dass Leiharbeitsbeschäftigte nach vier Wochen Einsatzdauer in einem Kundenbetrieb vier Prozent Zuschlag auf den Leiharbeits-Tariflohn erhalten, nach drei Monaten gibt es acht Prozent, nach fünf Monaten zwölf Prozent, nach sieben Monaten 16 Prozent und nach neun Monaten 20 Prozent Zuschlag. Für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in der Tapetenindustrie wurden gesonderte Branchenzuschläge vereinbart.

    Wie in den bisher von anderen Gewerkschaften mit BAP und iGZ abgeschlossenen Branchenzuschlags-Tarifverträgen für Leiharbeitsbeschäftigte in anderen Bereichen sind die Zuschläge auf maximal 90 Prozent der Entgelte der Stammbeschäftigten begrenzt. „Mit der Höhe der Zuschläge haben wir aber erreicht, dass qualifizierte Helferinnen und Helfer bereits nach spätestens nach sieben Monaten auf 90 Prozent des Stammbeschäftigten-Lohns kommen", sagte Werneke.

    Der Tarifvertrag soll am 1. Mai 2013 in Kraft treten. ver.di setzt in den nächsten Wochen die Gespräche mit BAP und iGZ über Leiharbeitszuschläge in weiteren Branchen fort. Damit wolle ver.di tarifvertraglich weitere Verbesserungen für Leiharbeitnehmer/innen durchsetzen, bevor eines Tages per Gesetz die Zahlung des gleichen Lohns vom ersten Einsatztag an geregelt werde, betonte Werneke.