Tarifnews

    Mehr Lohn in zwei Stufen

    Saarland schließt im Einzel- und Versandhandel mit 4,3 Prozent mehr Lohn ab

    Saarland, 6. September 2017 | Für die rund 40.000 Beschäftigten im saarländischen Einzel- und Versandhandel konnte am Montag, 5. September, ein Abschluss erzielt werden. Die Beschäftigten sollen in zwei Stufen insgesamt 4,3 Prozent mehr Geld bekommen. Dazu sollen sie rückwirkend ab 1. Juni 2017 zunächst 2,3 Prozent mehr Lohn bzw. Gehalt bekommen. Und ab 1. April 2018 sind weitere 2 Prozent mehr Geld vorgesehen. Auszubildende sollen die Erhöhung analog bekommen, wobei immer auf volle 5 Euro kaufmännisch gerechnet wird.

    „Die Idee der sozialen Komponente für die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen konnte mit den saarländischen Arbeitgebern nicht verwirklicht werden, das bedauern wir sehr.“

    Monika Di Silvestre, ver.di-Verhandlungführerin

    „Mit diesem Ergebnis können wir die Preissteigerung kompensieren. Die Idee der sozialen Komponente für die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen konnte mit den saarländischen Arbeitgebern nicht verwirklicht werden, das bedauern wir sehr“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Monika Di Silvestre. Hier hatte ver.di mehr soziale Verantwortung von der Arbeitgeberseite erwartet, sagte sie. Die Atmosphäre in den Verhandlungen beschreibt die Verhandlungsführerin ansonsten als konstruktiv. Weiterhin wurde eine Einmalzahlung für die Beschäftigten in Höhe von 50 Euro sowie für die Auszubildenden in Höhe von 25 Euro verhandelt. Die Regelungen für die sogenannte Warenverräumung treten auch wieder in Kraft.

    Beim für ver.di wichtigen Thema, der Allgemeinverbindlichkeit, zeigten sich die Arbeitgeber nicht entgegenkommend. Laut Di Silvestre werde man hier weiter am Ball bleiben und diese Forderung intensiv verfolgen.

    Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. April 2017 und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Der Abschluss ist vorbehaltlich einer Erklärungsfrist beider Seiten bis zum 16. September 2017.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA Inflationsrate kompensiert – 4,3 Prozent in zwei Stufen