Tarifnews

    Mehr Geld und Zukunftstarifvertrag gefordert

    Versichertenbranche: Streiks vor der dritten Verhandlungsrunde

    1. Juni 2017 | Vor der morgen in Hamburg stattfindenden dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in der Versichertenbranche erhöht ver.di mit Streik ihren Druck auf die Arbeitgeberseite. Im Laufe der Woche hatten bereits Streiks und Aktionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz stattgefunden. Am Verhandlungstag streiken nun die Beschäftigten in Hamburg und Kiel. Und in der vergangenen Woche waren Betriebe in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen bestreikt worden.

    „Was die Arbeitgeber bisher anbieten, reicht keinesfalls.“

    Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    „In den letzten Tagen haben mehrere tausend Versicherungsbeschäftigte mit ihrer Teilnahme an den Aktionen ein klares Zeichen gesetzt: Was die Arbeitgeber bisher anbieten, reicht keinesfalls“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister.

    Die Arbeitgeber hatten nach der zweiten Runde Gehaltssteigerungen in drei Schritten vorgeschlagen: 1,1 Prozent im November 2017, weitere 1 Prozent im November 2018 sowie weitere 0,9 Prozent im November 2019. „Dieses Angebot bedeutet jahrelangen Reallohnverlust für die Beschäftigten, ein Abschluss in der von den Arbeitgebern angestrebten Höhe ist nicht akzeptabel.“, so Meister. Angesichts der ordentlichen bis sehr guten wirtschaftlichen Lage erwarte ver.di, dass die Arbeitgeber nun ein Angebot vorlegten, das die Beschäftigten angemessen an den wirtschaftlichen Ergebnissen der Branche beteilige.

    „Die Versicherungsbranche steht vor großen Veränderungsprozessen. Ich erwarte von den Versicherungsarbeitgebern, dass sie sich gerade in dieser außergewöhnlichen Situation ihrer sozialen Verantwortung für ihre Beschäftigten stellen“, so das für die Versicherungsbranche zuständige Vorstandsmitglied. Daher erwarte er von den Arbeitgebern auch konkrete Aussagen zu dem von ver.di in die Verhandlungen eingebrachten Entwurf für einen Zukunftstarifvertrag Digitalisierung sowie die Bereitschaft, Transformationsregelungen auf dem Weg in eine digitalisierte Zukunft für die Beschäftigten der Branche zu verhandeln.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA Keine Almosen, sondern deutlich mehr muss die Arbeitgeberseite bieten  –