Tarifnews

    Kampf um den Tarifvertrag geht weiter

    An sechs großen Amazon-Standorten wird erneut gestreikt

    Berlin, 2. Oktober 2017 | Am heutigen Montag wird an sechs Amazon-Standorten erneut gestreikt. Der Versandhändler habe zwar vom 1. September 2017 an die Löhne geringfügig und „nach Gutsherrenart“ erhöht. Doch das reicht den Beschäftigten bei Amazon nicht. Die Anhebungen bleiben deutlich hinter der Branchenentwicklung und den Forderungen der Gewerkschaft zurück, sagte Amazon-Konzernbetreuer Thomas Voß. „Deshalb werden die Beschäftigten nicht locker lassen und weiter versuchen, mit Streiks das Unternehmen an den Verhandlungstisch zu bringen“, so Voß. Von dem heutigen Arbeitskampf sind die sechs großen Amazon-Standorte in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz betroffen.

    Seit den frühen Morgenstunden im Streik – die Amazon-Beschäftigten fordern weiterhin einen Tarifvertrag Foto: Thomas Frey/dpa Seit den frühen Morgenstunden im Streik – die Amazon-Beschäftigten, hier in Koblenz


    Aufgrund der aktuell beendeten Tarifrunde im Einzelhandel werden die Entgelte sofort um 2,3 Prozent sowie um weitere zwei Prozent im kommenden Jahr angehoben. Dagegen bleibe Amazon deutlich zurück, sagte Voß. Anderslautende Behauptungen des Arbeitgebers seien vollkommen abwegig und nicht nachvollziehbar. Die Beschäftigten von Amazon wollen sich aber nicht mit Almosen abspeisen lassen, so Voß.

    Das Unternehmen verweigert sich nach wie vor jeglichen Verhandlungen und lehnt bisher die kollektive Interessenvertretung der Beschäftigten über eine Tarifpartnerschaft ab. „Amazon muss umdenken: Von der Forderung nach einem Tarifvertrag werden die ver.di-Mitglieder nicht ablassen“, sagte Voß anlässlich des heutigen Streiktages.