Tarifnews

    ver.di will Anerkennungstarifvertrag

    Tarifverhandlungen bei Zalando Brieselang

    13. Juni 2017 | Am 13. Juni haben die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und Zalando Brieselang begonnen. Verhandelt wird ein Tarifvertrag für den Standort, an dem 1.300 Beschäftigte arbeiten. Das Ziel von ver.di ist ein Anerkennungstarifvertrag, der sich auf den Branchentarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel in Brandenburg bezieht sowie tarifvertragliche Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, zur Standortsicherheit und zum Verzicht auf sachgrundlose Befristungen. Brieselang wurde 2011 eröffnet und war der erste Standort von Zalando.

    Gegründet wurde das Unternehmen 2008. Es ist inzwischen drittgrößter Versender in Deutschland mit bundesweit 12.000 Beschäftigten. Das erfolgreiche Versandhandelsunternehmen zahlt Beschäftigten im Lager aber nur 10,13 Euro pro Stunde. Im Vergleich zum Branchentarifvertrag sind das für die Zalando-Beschäftigten deutliche geringere Löhne, zwei Tage weniger Urlaub, nur ein Drittel der Urlaubs- und Weihnachtszuwendung sowie deutlich geringere Zuschläge z.B. für Nacht- oder Feiertagsarbeit.

    Am Einzel- und Versandhandel ausrichten

    Da Zalando seine Ware an die Endkunden verkauft, handelt es sich um einen (Online-)Versandhändler, der im unmittelbaren Wettbewerb mit dem stationären Einzelhandel steht. Deshalb fordert ver.di eine Bezahlung der Beschäftigen nach dem Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels. Es geht um Vergütungen in Höhe von mindestens 11,71 Euro pro Stunde bzw. monatlich 1.932 Euro. Bezogen auf ein Jahr geht es in der niedrigsten Entgeltgruppe um mehr als 3.500 Euro mehr Lohn.

     

    Zalanda in Erfurt - Mitarbeiter verpacken Waren dpa-Bildfunk Zalando-Mitarbeiter beim Verpacken der Ware