Bühnenteaser

  • Nachrichten : Vier Standorte machen weiter

zurück zu Übersicht

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?

Amazon: Streiks bis zum 24. Dezember

19. Dezember 2014 - Die Streiks beim Versandhändler Amazon werden ausgeweitet. An den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig und Rheinberg haben die Beschäftigten beschlossen, bis zum 24. Dezember, 15 Uhr, weiter die Arbeit ruhen zu lassen. In Graben hatten die Beschäftigten bereits am Mittwoch entschieden, dass sie bis Heiligabend weiter streiken. In Werne, NRW, enden die Arbeitsniederlegungen am kommenden Samstag nach der Spätschicht.

Die Streiks hatten am 15. Dezember begonnen. Zeitweise wurden sechs der acht Amazon-Standorte in Deutschland zeitgleich bestreikt. Am Mittwoch hat, 17. Dezember, hatte in Koblenz die bislang größte Streikveranstaltung von Amazon-Beschäftigten stattgefunden. An diesem Standort hatten Mitte Dezember die Beschäftigten erstmals die Arbeit niedergelegt. Zu der Streikversammlung kamen auch streikende Beschäftigte aus Bad Hersfeld, Rheinberg und Werne.

 

 

„Die gesamte Organisation steht hinter euch und unterstützt euch dabei, eure Grundrechte einzufordern."

ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske

 „Mit den Streiks werdet ihr Tarifverträge durchsetzen. Amazon sagt selbst, sie seien der größte Versandhändler der Welt, und weigert sich gleichzeitig, den Versandhandelstarifvertrag anzuerkennen. Wer selbst mit Versandhandel wirbt, sollte auch dazu stehen, dass er Versandhändler ist", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske in einer Grußbotschaft an die Streikenden.

Unterdessen hat ver.di heute vor den Verwaltungsgerichten Kassel und Leipzig Klagen gegen die behördlich genehmigte Sonntagsarbeit am 21. Dezember für die Standorte Leipzig und Bad Hersfeld eingereicht. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger verweist auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Das hatte jüngst festgestellt, dass Sonntagsarbeit nur in streng geregelten Ausnahmefällen gerechtfertigt sei. Außerdem sieht die Gewerkschafterin die Genehmigung als fragwürdig an, weil die Politik damit zugunsten von Amazon in einen Arbeitskampf eingreift. Damit werde das Neutralitätsgebot, das sich aus Artikel 9 des Grundgesetzes ergibt, verletzt.

Online-Petition unterschreiben

Amazon weigert sich, einen Tarifvertrag für die Beschäftigten abzuschließen. Der Versandhändler will weiterhin die Arbeitsbedingungen willkürlich und einseitig diktieren und untermauert damit seine anti-gewerkschaftliche Blockadehaltung. Dagegen haben sich in einer Online-Petition bereits über 34.000 Personen für einen Tarifvertrag ausgesprochen.

Zur Online-Petition

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?

Möchten Sie diesen Artikel weiterempfehlen?