Tarifnews

    ‚Schwarzes Schaf’ für diakonische Arbeitgeber

    ‚Schwarzes Schaf’ für diakonische Arbeitgeber

    21. Juni 2012┃ver.di hat dem Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) heute ein ‚schwarzes Schaf’ verliehen. „Wer wie jedes weltliche Unternehmen agiert, muss auch das weltliche Recht anwenden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke in Berlin bei der Verleihung. ver.di fordert die diakonischen Arbeitgeber auf, nicht länger das kirchliche Sonderarbeitsrecht zu beanspruchen, sondern den eigenen Beschäftigten endlich demokratische Grundrechte, das Streikrecht und das weltliche Tarifrecht zu gewähren.

    „Wer wie jedes weltliche Unternehmen agiert, muss auch das weltliche Recht anwenden.“

    ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke

    Der VdDD habe sich in „herausragender Weise“ für das kirchliche Sonderarbeitsrecht, den sogenannten „dritten Weg“, eingesetzt. Im Rahmen dieses „dritten Wegs“ würden Firmen auf Niedriglohn-Niveau ausgegliedert sowie den Beschäftigten Streik- und Tarifrecht vorenthalten, während das kircheneigene Arbeitsrecht nach „Gutsherrenart“ gehandhabt werde.

    „Wer so agiert, hat sich ein ‚schwarzes Schaf‘ verdient“, so Paschke.
Anstatt sich den Forderungskatalog der Magdeburger Synode zu eigen zu machen, der unter anderem mehr Transparenz und Mitsprache der Beschäftigten anmahnt, würden kritische Beschäftigte samt ihrer Gewerkschaft ver.di ausgegrenzt und die Konkurrenz über niedrige Löhne ausgeweitet.