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    Fachkräftemangel in Meseberg

    Wege finden zur Beseitigung des drohenden Fachkräftemangels

    Fachkräftemangel in Meseberg

    06.07.2011 | Bundeskanzlerin Angela Merkel, Teile des Kabinetts, die Spitzenvertreter von Wirtschaft und Arbeitgebern sowie die Vorsitzenden von DGB, IG Metall, IG BCE und ver.di haben nach langen Beratungen ein Kommuniqué vereinbart.

    Vor einem Jahr trafen sich auf Schloss Meseberg die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Teile des Kabinetts, die Spitzenvertreter von Wirtschaft und Arbeitgebern sowie die Vorsitzenden von DGB, IG Metall, IG BCE und ver.di. 

    Wurde damals die Weltlage besprochen, so war der Anspruch des diesjährigen Treffens zumindest im offiziellen Teil bescheidener: Es ging um die Wege zur Beseitigung des drohenden Fachkräftemangels.

    In einem nach langen Beratungen entstandenen Kommuniqué wurde viel Richtiges vereinbart: Mehr Ausbildung, eine verstärkte Erwerbsbeteiligung der Frauen, die Ausschöpfung der Beschäftigungspotenziale Älterer und von Migrantinnen und Migranten und die schnelle Anerkennung der von ihnen in der Heimat erworbenen Abschlüsse. Alles wichtige Themen, die jedoch weitgehend unkonkret blieben. Der Beitrag von ver.di dagegen war ganz konkret: Wenn in den kommenden Jahren die Plätze für die Betreuung von Kindern (unter drei Jahren) in den Kitas ausgebaut werden sollen, so dass ein Drittel der der Kinder gefördert werden kann, dann müssen mindestens 30 000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden. Wenn zudem noch die Altersstruktur der jetzt dort Tätigen berücksichtigt wird, dann werden noch einmal 44 000 Erzieherinnen und Erzieher benötigt und wenn dann auch ein Betreuungsschlüssel auf europäischem Niveau zu Grunde gelegt ist, brauchen die Kitas noch einmal 80 000 ausgebildete Fachkräfte. Da aber jährlich derzeit rund 15 000 ausgebildet werden, droht ein Fachkräftemangel, wenn nicht die Kapazitäten erweitert werden.

    Zweites Thema: Pflegenotstand. 66 bundes- und landesrechtliche Regelungen behindern die Ausbildung in der Pflege. Es fehlt in den Bundesländern an Kapazitäten in den Fachschulen, es mangelt an Ausbildungsplätzen und es fehlt eine ausreichende Finanzierung durch eine Landesumlage. Diese Mängel müssen schnell beseitigt werden. Die "Lösung" der Bundesverbandes der Privaten Pflege, durch gezielte Zuwanderung den Pflegenotstand zu beseitigen, aber die Strukturmängel nicht zu beseitigen, ist keine: Denn auch die Zugewanderten brauchen eine qualifizierte Ausbildung. Wie wenig die Bundesregierung darauf einging, zeigte die Topmeldung des 22. Juni: Die Bundesregierung will der FDP nachgeben und die Zuwanderung erleichtern. Gute Entscheidungen für die Fachkräfte der Zukunft sehen anders aus!