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Psychiatrische Versorgung: Patienten und Beschäftigte in den Mittelpunkt rücken

12. Februar 2016 | ver.di appelliert an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, er solle auf die Fachverbände zur Psychiatrieversorgung hören und auf die Einführung des „pauschalierenden Entgeltsystems für Psychiatrie und Psychosomatik“ (PEPP) verzichten. PEPP dürfe nicht kommen. „Für eine bedarfsorientierte zeitgemäße psychiatrische Therapie und Versorgung brauchen wir stattdessen spürbar mehr Personal“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Freitag anlässlich der 8. Fachtagung Psychiatrie am 11./12. Februar 2016 in Berlin.

Gesundheit müssen sich alle leisten können.

<i>Foto: die bildstelle / Freelens Pool</i><div class="clearfloat"></div><b>Gesundheit</b>Die Personalausstattung in der Psychiatrie muss besser werden.

Foto: die bildstelle / Freelens Pool Gesundheit Die Personalausstattung in der Psychiatrie muss besser werden.

 

Mit der Einführung von PEPP drohe eine deutlich schlechtere Versorgung psychisch kranker Menschen. Auch die Beschäftigten in der Psychiatrie müssten eine Systemumstellung teuer bezahlen, weil infolge der ersatzlosen Streichung der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) weitere Stellen abgebaut würden. Mittlerweile habe die SPD-Bundestagsfraktion die Kritik und Warnungen von ver.di und Fachverbänden aufgegriffen und einen Beschluss gegen die Einführung von PEPP gefasst. Jetzt müsse auch die Union endlich einsehen, dass PEPP der absolut falsche Weg sei, sagte Bühler. „Wir brauchen unbedingt verbindliche Vorgaben für die Personalbemessung“. Dass es ohne nicht gehe, zeige im Übrigen die dramatische Personalsituation an Krankenhäusern, sagte sie.

„Wir brauchen unbedingt verbindliche Vorgaben für die Personalbemessung.“

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

Besonders beschämend sei in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet die Beschäftigten im Gesundheitswesen aufgrund der Personalnot und der starken emotionalen Belastungen diejenigen seien, die am häufigsten selbst psychisch erkrankten. Einer Studie der DAK zufolge, die die Fehltage pro 100 Versicherte aufgrund psychischer Erkrankungen gemessen hat, kommen Gesundheitsberufe auf eine Quote von 358,3 Fehltagen im Vergleich zu 237,3 Fehltagen im Durchschnitt aller DAK-Versicherten (Quelle: DAK-Psychoreport, Hamburg, Oktober 2015).

 

 

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