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Bodenverkehrsdienste an Flughäfen: ver.di startet bundesweite Tarifkampagne

Berlin, 11. November 2015 | Unter dem Motto „Damit Fliegen sicher bleibt“ hat ver.di eine bundesweite Kampagne unter den rund 18.000 Beschäftigten für einen Branchentarifvertrag der Bodenverkehrsdienste (BVD) an deutschen Verkehrsflughäfen gestartet. Dem ruinösen Wettbewerb um die niedrigsten Lohnkosten müsse ein Ende gesetzt werden. „Wir brauchen einen bundesweiten Tarifvertrag, um Standards für existenzsichernde Arbeitsplätze, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen und gemeinsame Qualifikationsmaßstäbe bei den Bodenverkehrsdiensten zu setzen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Ein Tarifausschuss mit ver.di-Mitgliedern aus nahezu allen Branchenbetrieben sei bereits ins Leben gerufen worden. Die Beschäftigten an den Verkehrsflughäfen werden zunächst im Rahmen einer Flugblattaktion informiert.

83 Prozent der Befragten beklagen, dass die Arbeit im Bodenverkehrsdienst nicht existenzsichernd sei. 72 Prozent gaben an, dass Sicherheits- und Qualitätsvorgaben aufgrund des Arbeitsdrucks oft nicht eingehalten werden können.

ver.di zieht damit die Konsequenzen aus den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage unter rund 2.000 Branchen- beschäftigten, die im Sommer an den Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Frankfurt/Main, München, Hannover und Saarbrücken durchgeführt worden ist. 83 Prozent der Befragten beklagen, dass die Arbeit im Bodenverkehrsdienst nicht existenzsichernd sei – eine Folge von Befristungsquoten von bis zu 40 Prozent, Leiharbeit sowie Arbeit auf Abruf. Daraus resultiert eine hohe Fluktuation unter den Beschäftigten, was wiederum dazu führt, dass neue Kollegen oft nicht ausreichend eingearbeitet oder weiterqualifiziert würden (84 Prozent). 72 Prozent gaben an, dass Sicherheits- und Qualitätsvorgaben aufgrund des Arbeitsdrucks oft nicht eingehalten werden können und nur sieben Prozent können sich vorstellen, unter den gegebenen Bedingungen bis zum Rentenalter ihren Beruf ausüben zu können.

Ausgründungen, Liberalisierung und zunehmender Wettbewerb gingen eindeutig zulasten der Beschäftigten bei den Bodenverkehrsdiensten. „Wir brauchen deshalb einen bundesweiten Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen dem Preisdruck durch die Fluggesellschaften entzieht und die Branche für die Zukunft absichert“, so Behle.

Weitere Informationen für Beschäftigte und Passagiere unter www.verdi-airport.de 

Die ganze Umfrage unter www.verdi-airport.de/187

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