Tarifnews

    ver.di will Regelungen für die digitalisierte Zukunft

    Tarifverhandlungen für Versicherungsbeschäftigte gescheitert

    Berlin/Hamburg, 3. Juni 2017 | Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Versicherungsbranche sind in der dritten Verhandlungsrunde am 2. Juni ergebnislos beendet worden.

    Viele tausend Versicherungsangestellte in Karlsruhe, Frankfurt, Stuttgart, Münster, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, Hannover, Heilbronn, München, Mannheim, Kiel und Hamburg hatten in den letzten beiden Wochen mit Arbeitsniederlegungen zum Ausdruck gebracht, dass sie ein deutlich verbessertes Gehaltsangebot erwarten und sich die Arbeitgeber den bevorstehenden dramatischen Veränderungsprozessen in der Branche durch die Auswirkungen der Digitalisierung stellen müssen.

    „Nachdem auch das zweite Gehaltsangebot vollkommen unzureichend ausfiel und die Arbeitgeber sämtliche ver.di-Vorschläge für Transformationsregelungen auf dem Weg in eine digitalisierte Zukunft für die Beschäftigten der Branche kategorisch abgelehnt haben, hat die ver.di-Tarifkommission die Tarifverhandlungen einstimmig für gescheitert erklärt“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführer Christoph Meister.

    „Die Arbeitgeberseite hat sich einer gemeinsamen Lösung verweigert und deutlich gemacht, dass sie zu verantwortungsvollen Tarifverhandlungen nicht bereit ist. Deshalb wird ver.di die Streikmaßnahmen spürbar verstärken.“

    Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    Die Arbeitgeber hatten zuvor Gehaltssteigerungen angeboten, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren auf Erhöhungen von durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr belaufen. Christoph Meister weiter: „Dieses gegenüber dem vorhergehenden nur marginal verbesserte Gehaltsangebot programmiert Reallohnverluste für 3 Jahre und ist daher nicht verhandlungsfähig.“ Der vorgelegte Entwurf einer Verhandlungsverpflichtung zum Thema Digitalisierung werde als unverbindliche Absichtserklärung dem besonderen Schutz- und Regelungsinteresse der Beschäftigten nicht gerecht. Zudem beabsichtige die Arbeitgeberseite offenbar, in den angestrebten Verhandlungen viele wichtige tarifliche Regelungen zu flexibilisieren und zu verschlechtern, zum Beispiel wollen die Arbeitgeber Samstagsarbeit auch gegen den Willen von Betriebsräten erzwingen können.

    Dazu ver.di-Bundesvorstandsmitglied Meister: „Die Arbeitgeberseite hat sich einer gemeinsamen Lösung verweigert und deutlich gemacht, dass sie zu verantwortungsvollen Tarifverhandlungen nicht bereit ist. Deshalb wird ver.di die Streikmaßnahmen spürbar verstärken.“ Das sei ver.di der Zukunft der Branche und ihrer Beschäftigten schuldig. „Wir wollen die Versicherungsbranche zukunftsfähig machen. Und dazu sind wir bereit, mit der Arbeitgeberseite in harte Auseinandersetzungen zu gehen“, sagte Meister.

    Abbildung der Bildmarke des FB 1 ver.di Arbeitgeber lehnen ver.di-Vorschläge für die digitalisierte Zukunft ab und machen mickriges Angebot für die Versicherungsbeschäftigten  –