Tarifnews

    Dumpinglöhne melden

    Faktenlage: Die Armut ist weiblich

    „Die Armut ist weiblich“, zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsinstitut Pestel Hannover, das im Auftrag von ver.di und der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) die Fakten zum Arbeitsmarkt untersucht hat. Fakt ist, Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Sie sind unter den Teilzeit- und Minijobbern überproportional vertreten. Und – auch das ist bittere Realität – sie haben kleinere Renten, die immer öfter nicht zum Leben reichen.

    „Arbeit darf nicht arm machen."

    Frank Bsirkse, ver.di-Vorsitzender

    2012 verdienten laut Statistischem Bundesamt Frauen 22 Prozent weniger als Männer. Deutschlandweit sind nur 36,7 Prozent der Vollzeitstellen mit Frauen besetzt. Bei Teilzeit- und Minijobs liegt dagegen der Frauenanteil bei 71,4 Prozent. Fast 4,7 Millionen Frauen arbeiten bundesweit in Minijobs – eine Steigerung um 77,7 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Das Risiko arm zu sein, ist gestiegen, besonders für Erwerbslose, Minijobber und Alleinerziehende – und das sind überwiegend Frauen.

    „Frauen sind die großen Verlierer der deutschen Niedriglohn-Spirale. Gerade Minijobs sind häufig mies bezahlt und werden für Frauen zur Beschäftigungsfalle“, warnt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Mehr als drei Viertel aller Frauen, die heute nur in einem Minijob arbeiten, hatten seit ihrem ersten Minijob keine einzige reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

    Mit der Entscheidung zur Bundestagswahl am 22. September gehe es deshalb auch darum, Minijobs sozialversicherungspflichtig zu machen und mit einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro dem Lohndumping ein Ende zu machen. „Arbeit darf nicht arm machen“, betonte Bsirske.

    Dumpinglohnmelder

    ver.di und NGG appellieren an alle Beschäftigten, die einen Niedriglohn von weniger als 8,50 Euro pro Stunde bekommen, diesen online beim Dumpinglohnmelder anzuzeigen. Die beiden Gewerkschaften wollen so die „Deutschland-Billiglohn-Landkarte“ vervollständigen, die dort öffentlich gestellt ist.