Tarifnews

    „Das Gesetz geht an den Filmschaffenden vorbei“

    Filmförderung: ver.di kritisiert neuen Gesetzesentwurf

    Berlin, 22. Juni 2016 | Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender wertet das von der Bundesregierung überarbeitete Filmförderungsgesetzes als wenig beschäftigtenfreundlich. Heute findet die Sachverständigenanhörung zum Gesetzestext im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages statt. „Das Gesetz geht an den Filmschaffenden vorbei und sollte dringend überarbeiten werden“, sagt Werneke.

     

    „Es braucht ein Bewusstsein der Fördergremien, dass diejenigen, die ein Filmwerk handwerklich und kreativ erst möglich machen, auch angemessen entlohnt und abgesichert sind.“

    Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender

    Der ver.di-Vizevorsitzende bemängelt vor allem die Vernachlässigung von sozialen Mindeststandards für die Beschäftigten in den Förderkriterien der Filmförderanstalt. Filmhersteller müssten bei der Bewerbung um finanzielle Zuwendungen darlegen, welche Mindestregelungen für die Arbeitnehmer bei ihnen gelten und ob ein Tarifvertrag vorliegt, fordert Werneke. Bisher würden auch Fördermittel an Produktionen vergeben, die keine Mindeststandards beachteten. „Hier braucht es ein Bewusstsein der Fördergremien, dass diejenigen, die ein Filmwerk handwerklich und kreativ erst möglich machen, auch angemessen entlohnt und abgesichert sind“, so Werneke.

    Die Beschäftigten in den Filmproduktionen sollen immerhin durch eine von ver.di seit längerem geforderte Neuregelung im Filmförderungsgesetz profitieren: Tarifvertragliche Urhebervergütungen können nach Vorstellung des Gesetzgebers künftig als sogenannte vorabzugsfähige Kosten geltend gemacht werden. Urheber/innen erhalten also vor Rückzahlung von Fördergeldern zunächst urheberrechtliche Vergütungen. Werneke begrüßt diese geplante Änderung im Gesetzestext.

     

    ver.di Filmwettbewerb Foto: Haik Büchsenschuss Auch für Filmschaffende müssen soziale Mindeststandards gelten