Tarifnews

    Nichts im Kasten

    Deutsche Post AG: Streiks in allen 83 Briefzentren

    Berlin, 13. Mai 2015 | Im Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Deutschen Post AG um die Arbeitszeit der 140.000 Tarifkräfte erhöht die Gewerkschaft mit flächendeckenden Warnstreiks den Druck. Seit der vergangenen Nacht hat ver.di bundesweit in allen 83 Briefzentren zum Arbeitskampf aufgerufen. Ebenso wird es in anderen Bereichen wie dem Fahrdienst oder der Großkundenannahme zu Arbeitsniederlegungen kommen. Die Postbearbeitung wird sich dadurch deutschlandweit erheblich verzögern. Auch in den kommenden Tagen werden die Streikmaßnahmen fortgesetzt. Nachdem die Beschäftigten in den letzten Wochen immer wieder, teils in Einzelgesprächen, unter Druck gesetzt, gar mit Jobverlust bedroht wurden – dazu liegen ver.di mehrere Berichte von Betroffenen vor –, lassen sie sich ihr Recht auf Streik nicht nehmen.

    Bundesweite Streiks bei der Post Foto: Sven Hoppe/dpa Bildfunk Bundesweite Streiks bei der Post


    „Die Geschäftszahlen zeigen, dass es der Deutschen Post AG gut geht. Zugleich will man den Beschäftigten an den Kragen. Wir erwarten vom Arbeitgeber endlich ein vernünftiges Angebot“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

    ver.di fordert eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich, um den von der Deutschen Post AG gebrochenen Vertrag zum Schutz vor Fremdvergabe zu kompensieren. Ein von der Deutschen Post AG am Wochenende vorgelegtes Angebot hatte die zuständige Konzerntarifkommission am 11. Mai als „Mogelpackung“ abgelehnt. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 20./21. Mai in Königswinter bei Bonn statt.