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Wohnungsunternehmen Vonovia: Gewerkschaftliche Betätigung nicht erwünscht

Gewerkschafter sind bei Vonovia nicht gern gesehen – Aufhängung des neuen Firmenschilds bei Vonovia nach der Umfirmierung der Deutschen Annington am 2. September 2015 in Bochum vor der Firmenzentrale

<i>Foto: Roland Weihrauch/dpa Bildfunk</i><div class="clearfloat"></div><b>Aufhängung des neuen Firmenschilds bei Vonovia nach der Umfirmierung der Deutschen Annington am 2. September 2015 in Bochum vor der Firmenzentrale</b>

Foto: Roland Weihrauch/dpa Bildfunk Aufhängung des neuen Firmenschilds bei Vonovia nach der Umfirmierung der Deutschen Annington am 2. September 2015 in Bochum vor der Firmenzentrale

Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen Vonovia bzw. dessen Tochtergesellschaft, die Immobilienservice Nordost, schlägt zunehmend einen beschäftigten- und gewerkschaftsfeindlichen Kurs ein. Derzeitiger Höhepunkt ist ein tätlicher Angriff durch den Personalreferenten der Vonovia auf eine hauptamtliche Gewerkschaftssekretärin im Rahmen einer Betriebsversammlung des Immobilienservice Nordost am 4. November 2015 in Kleinmachnow. Nachdem der Personalreferent die Rede der Gewerkschaftssekretärin bereits mit herabwürdigenden Äußerungen kommentiert hatte, griff er die Sekretärin nach ihrer Rede grob am Arm und ließ sie auch nach klarer Aufforderung, dies sei eine Grenzüberschreitung, nicht sofort los.

„Das ist der traurige Höhepunkt einer Reihe von Angriffen auf aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die wir nicht hinnehmen werden.“

Ute Kittel, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

„Das Unternehmen Vonovia zeigt damit sein wahres Gesicht. Das ist der traurige Höhepunkt einer Reihe von Angriffen auf aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die wir nicht hinnehmen werden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel. Bei der Vonovia SE, hervorgegangen aus der Deutsche Annington Immobilien SE, und ihren Tochtergesellschaften arbeiten rund 6.000 Beschäftigte. Für nur noch rund 20 Prozent der Beschäftigten gilt dabei der Flächentarifvertrag der Wohnungswirtschaft. ver.di hat bei der Vonovia eine Kampagne gestartet, in deren Verlauf sich bereits 30 Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert haben. Das Ziel ist es, eine Tarifbindung für alle Beschäftigten zu erreichen.

Vonovia reagiert darauf mit Druck: Beschäftigten werden in Einzelgesprächen Nachteile in der beruflichen Entwicklung angekündigt. Oder Vonovia droht bei der Forderung nach einem Tarifvertrag mit Outsourcing. „Vonovia scheint sich mehr für seine Aktionäre zu interessieren, als für seine Beschäftigten. Aber die Beschäftigten werden sich durch diesen rabiaten Umgang nicht einschüchtern lassen. Ihr Ziel bleibt ein Tarifvertrag“, sagte Kittel.

Die angegriffene Gewerkschaftssekretärin hat im übrigen Anzeige wegen einfacher Körperverletzung gestellt.

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