Tarifnews

    Seit 8 Jahren zwischen Tür und Angel

    Warnstreiks bei Sparda-Banken

    Berlin, 17.09.2014 | ver.di hat die Beschäftigten an vier verschiedenen Standorten der Sparda-Banken zu Warnstreiks aufgerufen. Damit wird vor der 5. Verhandlungsrunde zwischen Vertretern der Sparda-Bank und der Tarifgemeinschaft von ver.di und der Eisenbahnergewerkschaft (EVG) Druck auf die Arbeitgeber gemacht, einen Tarifvertrag für die rund 5.500 Beschäftigten abzuschließen.

    Sparda-Bank im Warnstreik ver.di Hannover Sparda-Bank im Warnstreik


    „Wir wollen, dass die Beschäftigten jetzt endlich einen Tarifvertrag erhalten, nachdem sie sich seit acht Jahren nur noch in der Nachwirkung des alten Tarifvertrages befinden“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Mark Roach. „Dieser Zustand muss unverzüglich beendet werden, damit es auch für die Sparda-Bank-Beschäftigten wieder Planbarkeit gibt und damit auch verbindliche Regelungen im Manteltarif sowie tarifierte Gehaltserhöhungen vorgenommen werden können.“ Die nächste Verhandlungsrunde, die am Montag, dem 22. September, in Frankfurt stattfindet, sei entscheidend, so Roach.  

    Die Sparda-Banken haben seit 2006 keinen gültigen Gehaltstarifvertrag mehr. Zuvor seien die Abschlüsse zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband der Volks- und Raiffeisenbanken übernommen worden. Mit Ausfall dieses Referenztarifes blieben die Sparda-Banken nur in der Nachwirkung des letzten, 2004 abgeschlossenen Tarifvertrages. Erst im Laufe des vergangenen Jahres sei es ver.di und der EVG gelungen, den Boden für echte Verhandlungen zu bereiten, erklärte der ver.di-Verhandlungsführer.

    Diese Wendung und die Bereitschaft der Arbeitgeber zu Verhandlungen sei von den Beschäftigten und Gewerkschaften positiv aufgenommen worden. Die Tarifgemeinschaft werde jedoch den Forderungen der Arbeitgeber, im Gegenzug zu einem Tarifabschluss beispielsweise auf die Zahlung von Urlaubsgeld ersatzlos zu verzichten, keinesfalls zustimmen. ver.di und die EVG hätten sich wiederholt bereit erklärt, bei einer Modernisierung des Tarifvertrages mitzugehen, ohne aber Tarifstandards abzusenken, so Roach.