Tarifnews

    Pauschaler Rausschmiss nach Warnstreik

    DHL will 100 Arbeitsplätze am Standort Braunschweig streichen

    Braunschweig, 10. Juni 2015 | Trotz guter Auftragslage und schwarzer Zahlen sind bei der Posttochter DHL Home Delivery GmbH am Standort Braunschweig 100 Arbeitsplätze in Gefahr. Die Begründung: Teilnahme an Warnstreiks im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzungen mit ver.di. Rund 220 Beschäftigte hatten daran teilgenommen, 100 sollen am 1. Januar 2016 weniger am Standort Braunschweig beschäftigt sein.

    Der Betriebsrat der Posttochter DHL Home Delivery GmbH habe die Ankündigung von Niederlassungsleiter Hüneke mit Entsetzen entgegengenommen, sagte der zuständige ver.di-Sekretär Thomas Warner. „Der Postvorstand scheint momentan fernab jeder Sozialpartnerschaft auf Wildwestkurs unterwegs zu sein“, sagte er weiter.

    Die DHL Home Delivery GmbH beschäftigt am Standort Braunschweig derzeit zirka 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit dem Versand von Artikeln der Firma 1, 2, 3 TV und dem Postwertzeichenversand beauftragt sind. Die bestehenden Aufträge seien langfristig abgeschlossen und die Geschäfte liefen gut. Umso schwerer sei diese Ankündigung zu verstehen. Bislang hätten die Beschäftigten jedoch noch nichts schriftlich, sagte Warner.

    In dem aktuellen Tarifkonflikt, in dem ver.di zum Streik aufgerufen hatte, fordert die Gewerkschaft für die Beschäftigten Einkommensverbesserungen von 5,5 Prozent. Die Arbeitgeber waren bisher in fünf Verhandlungsrunden nicht bereit, die Einkommen der Beschäftigten zu erhöhen, die sowieso schon weniger verdienen als bei der Post.

    Am Freitag wird der Betriebsrat eine außerordentliche Betriebsversammlung durchführen. Dann hat auch der Arbeitgeber die Gelegenheit, die Beschäftigten über seine Pläne zu informieren.

    ver.di hofft, dass Postvorstand und die Geschäftsführung der DHL Home Delivery GmbH zur Vernunft zurückkehren, sagte Thomas Warner. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel habe inzwischen auf ver.di-Anfrage zugesagt, sich in dieser Angelegenheit an den Postvorstand zu wenden.

    Warnstreik beim DHL-Drehkreuz Leipzig/Halle dpa-Bildfunk DHL streicht 100 Arbeitsplätze in Braunschweig nach Warnstreiks