Tarifnews

    2,3 und 2 Prozent

    Hessen: Abschluss im Einzel- und Versandhandel

    ver.di Handel ver.di Handel Abschluss in Hessen

    14. September 2017 | Für die etwa 230.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel wurde am 12. September ein neuer Tarifvertrag über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen vereinbart. Die Entgelte steigen rückwirkend zum 1. Juni 2017 um 2,3 Prozent, sodass die Monate April und Mai dieses Jahres ohne Erhöhung bleiben, die Ausbildungsvergütungen steigen rückwirkend zum 1. April 2017. Ab 1. April 2018 werden die Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen um weitere 2,0 Prozent erhöht. Darüber hinaus erhalten Vollzeitbeschäftigte im März nächsten Jahres einmalig 50 Euro, Teilzeitler/innen einen anteiligen Betrag.

    „Wir hätten nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Auszubildenden gerne mehr getan“, sagte Bernhard Schiederig, Landesfachbereichsleiter Handel der ver.di Hessen und ver.di-Verhandlungsführer, „doch waren die Arbeitgeber nicht zu bewegen, vom baden-württembergischen Ergebnis auch nur ein Jota abzuweichen.“

    Durch diese starre Haltung sei wie schon so oft eine Chance vertan worden, in die Gestaltung der Entgelte eine spürbare soziale Komponente in Form einer verhältnismäßig größeren Anhebung der unteren Gehaltsgruppen einzubauen, sagte Schiederig. Gleiches wäre auch bei den Ausbildungsvergütungen möglich gewesen, weil große Unternehmen wie Aldi und Lidl ihre Auszubildenden bereits deutlich besser als nach Tarifvertrag stellen, so Schiederig weiter. Offenbar beschränke sich die soziale Fürsorgepflicht der Einzelhändler auf Worte, denen sie keine Taten folgen lassen. In diese Politik des Arbeitgeberverbandes Hessen passe auch seine strikte Ablehnung, durch einen gemeinsamen Antrag mit ver.di die Branchentarifverträge für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, damit der ruinöse Wettbewerb nicht weiterhin durch Lohndumping auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde, sagte der ver.di-Verhandlungsführer.