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    Fairer Lohn und mehr Personal gefordert

    Altenpflegeberuf muss attraktiver werden

    1. Juli 2015 | ver.di fordert mutigere Schritte zur Aufwertung sozialer Berufe, insbesondere bei der Altenpflege. Die Fachkräfte in der Altenpflege erhalten bundesweit noch immer circa 21 Prozent weniger Lohn als in der Krankenpflege. Es sei aber Gebot der Stunde, den Beruf attraktiver zu machen, um Fachkräfte für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu gewinnen. „Wir brauchen Entlastung bei der Arbeit und eine bessere Vergütung“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler bei einer bundesweiten Altenpflegefachtagung am Dienstag in Kassel. ver.di will eine faire Bezahlung, sowie einen bundesweit verbindlichen Personalschlüssel in der Altenpflege. 

    Bündnis für gute Pflege Foto: Jungeblodt

     

    Angesichts des in den nächsten Jahren weiter zunehmenden Bedarfs an Pflegefachkräften müssten bis 2030 jährlich 10.000 zusätzliche Fachkräfte ausgebildet werden, sagte Bühler. Zwar seien im Koalitionsvertrag der Bundesregierung Personalmindeststandards für die Pflege und Verfahren zur Ausbildungsfinanzierung zugesagt worden, doch in beiden Pflegestärkungsgesetzen fehlten Regelungen zur Verbesserung der Personalsituation. Es fehle der Altenpflege weiterhin an Anerkennung, die sich auch in der Entlohnung ausdrücke. „Es handelt sich um eine qualifizierte und verantwortungsvolle Tätigkeit, die anständig zu bezahlen ist", sagte Sylvia Bühler.

    Bühler wiederholte die ver.di-Forderung, eine examinierte Pflegekraft in Vollzeit müsse unabhängig vom Arbeitsort mindestens 3.000 Euro Grundvergütung im Monat erhalten. Niedrige Löhne, der Zwang zu Teilzeitbeschäftigungen, Befristungen ohne Sachgrund und zu wenig Personal machten die Pflegeberufe insgesamt unattraktiv. Und die späteren Renten der Altenpflegerinnen reichten nicht einmal für die eigene Pflege. ver.di will einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Mindestbedingungen in der Altenpflege. Der Wettbewerb zwischen den Einrichtungen dürfe nicht über Billiglöhne ausgetragen werden.