Tarifnews

    Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte

    Besserer Schutz für Hausangestellte überfällig

    7. Juni 2013 ver.di würdigt die Absicht des Bundesrats, die Rechte von Hausangestellten künftig stärken und die Betroffenen besser vor Diskriminierung sowie Missbrauch schützen zu wollen, hält das geplante Gesetz aber für unzureichend und mahnt dringend zur überfälligen Regulierung des sogenannten grauen Arbeitsmarkts.

    Von den geplanten Regelungen würden vor allem Migrantinnen aus Osteuropa profitieren, die in deutschen Haushalten pflegen, betreuen oder erziehen. Auch Privathaushalte, die Haushaltshilfen und Betreuungskräfte beschäftigen, erhielten mit den neuen Regelungen Orientierung bei der Gestaltung fairer Arbeitsbedingungen. „Ein zentrales Problem wird jedoch nicht gelöst, denn das Arbeitszeitgesetz soll hier auch in Zukunft nicht gelten“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Der Bundesrat will heute über die Ratifizierung eines Übereinkommens mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über „Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ entscheiden.

    Mit der Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes verzichte Deutschland darauf, den grauen Arbeitsmarkt weiter einzugrenzen. „Die Ausnahme aus dem Arbeitszeitgesetz ist ein Anachronismus aus dem 19. Jahrhundert und bleibt ein Einfallstor für Ausbeutung und Überforderung von Arbeitnehmerinnen in Privathaushalten“, sagte Bühler. Die Chance auf eine bessere Regulierung der Bedingungen von Pflege- und Betreuungsarbeit werde vertan, ein wirksamer Schutz für Beschäftigte und Privathaushalte verhindert.

    ver.di fordert neben der Geltung des Arbeitszeitgesetzes unter anderem, die Mindestlöhne in der Pflege so weiterzuentwickeln, dass sie auch für Hausangestellte gelten, die pflegen, erziehen und betreuen. „Die Politik darf Pflegebeschäftigte, Migrantinnen in der Pflege, Hilfebedürftige sowie deren Familien nicht länger allein lassen“, so Bühler.