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Pflegeberufsgesetz muss in zentralen Fragen nachgebessert werden

30. November 2015 | Die Bundesregierung beabsichtigt, die Pflegeausbildung zu reformieren. Mit dem geplanten Pflegeberufsgesetz sollen die bisherigen drei Ausbildungsgänge in der Gesundheits- und Kranken-, der Kinderkranken- und in der Altenpflege zu einer einheitlichen Ausbildung zusammengeführt werden. ver.di hält den vorgelegten Referentenentwurf der Bundesregierung nicht für zielführend.

 

Es sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, dass die Pflegeausbildung reformiert werden soll und auch niemand mehr für eine Ausbildung zahlen soll. In zentralen Punkten gingen die Vorschläge jedoch in die falsche Richtung. „In den kommenden Jahren müssen deutlich mehr Pflegekräfte ausgebildet werden. Es muss alles getan werden, damit es keine Einbrüche bei den Ausbildungszahlen gibt, das gilt besonders für die Altenpflege“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

„In den kommenden Jahren müssen deutlich mehr Pflegekräfte ausgebildet werden.“

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

ver.di befürchtet, dass eine bei gleicher Dauer breiter angelegte Ausbildung die anschließende Berufsfähigkeit gefährden könnte. Hier müsse die konkrete Stundenverteilung für die Praxis in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung abgewartet werden. ver.di will stattdessen die Spezialisierungen in der Alten- und Kinderkrankenpflege erhalten und die Aufwertung der Pflege insgesamt vorantreiben. Deshalb spricht sich ver.di für eine integrierte Ausbildung aus: Nach gemeinsamem Start von ein bis zwei Jahren sollte sich innerhalb der mindestens dreijährigen Ausbildung eine Phase der Spezialisierung anschließen.

Gute praktische Ausbildung ist wichtig

Das Hauptproblem liege heute in der praktischen Ausbildung, die unter Zeitdruck und Arbeitsverdichtung infolge Personalmangels leide, sagte Bühler. Wichtig für eine gute praktische Ausbildung sei eine gute Praxisanleitung. ver.di begrüßt daher ausdrücklich die Vorgabe zum Umfang der Praxisanleitung für die berufliche Pflegeausbildung, eine langjährige Forderung von ver.di. Vorgesehen ist, dass die von den Einrichtungen zu gewährleistende Praxisanleitung künftig im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit sichergestellt wird. ver.di wird sich im Gesetzgebungsverfahren weiterhin dafür engagieren, dass eine verbindliche, strukturierte und geplante Praxisanleitung sichergestellt wird. „Darüber hinaus braucht es ausreichend viele Praxisanleiter mit der dafür erforderlichen Zeit“, betonte Bühler.

Mit dem Pflegeberufsgesetz soll neben der beruflichen Pflegeausbildung ergänzend eine „hochschulische Erstausbildung“ etabliert werden. In dieser Frage bedürfe es dringend grundlegender Nachbesserungen. Für die Praxiseinsätze müssten die gleichen ausbildungsrechtlichen Standards für die Hochschulausbildung wie für die betriebliche Pflegeausbildung gelten. Dazu gehöre insbesondere auch der Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung, stellte Bühler klar.

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