Tarifnews

    22 Prozent – der große Unterschied

    Equal Pay Day: ver.di fordert wirksames Entgeltgleichheitsgesetz

    Berlin, 20. März 2015 | ver.di fordert anlässlich des heutigen Equal Pay Days mehr Transparenz über das Gehaltsgefüge in Unternehmen und ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz. „Faire Unternehmen brauchen Transparenz nicht zu fürchten. Sie können vom offenen Umgang bei der Bezahlung ihrer Beschäftigten profitieren, weil sie sich damit im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte als attraktive Arbeitgeber positionieren“, sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.


    Transparenz in Entlohnungsstrukturen ist notwendig, damit sich Beschäftigte und betriebliche Interessenvertretungen gegen Entgeltungleichheit und diskriminierende Bezahlstrukturen wehren können. ver.di begrüßt deswegen die Pläne von  Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) für ein Entgeltgleichheitsgesetz, das aus Sicht der Gewerkschaft verbindliche Vorschriften für die Datenerhebung und das Recht der Beschäftigten auf Zugang zu den entsprechenden Informationen festschreiben muss. „Solch ein Gesetz ist ein Gebot der Fairness und der Gerechtigkeit und es wäre eine große Hilfe, um endlich den Rechtsgrundsatz von gleicher Bezahlung zwischen Männern und Frauen zu verwirklichen“, so Nutzenberger.

    Die durchschnittliche Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen beträgt in Deutschland seit vielen Jahren 22 Prozent. Daten zeigen, dass etwa Erzieherinnen oder Altenpflegerinnen in klassischen „Frauenberufen" dabei durchschnittlich schlechter entlohnt werden als Beschäftigte in typischen und gleichwertigen „Männerberufen“. ver.di kämpft deswegen für eine gesellschaftliche Aufwertung und deutlich bessere Bezahlung von Tätigkeiten in klassischen „Frauenberufen“. Dazu zählt auch die aktuelle Tarifauseinandersetzung in den Sozial- und Erziehungsberufen.