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Bundesweiter Nachtdienstcheck: Deutsche Krankenhäuser zum Teil gefährlich unterbesetzt

Berlin, 6. März 2015 | Deutschlands Krankenhäuser sind während der Nacht personell zum Teil gefährlich unterbesetzt. In mehr als der Hälfte aller Fälle (55 Prozent) muss eine Pflegekraft allein 25 Patienten betreuen. Das ist das Ergebnis einer bundesweit erhobenen Stichprobe der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in 225 Krankenhäusern in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag, 6. März 2015. „Das Patientenwohl ist immer häufiger ernsthaft gefährdet. Die Politik muss jetzt endlich mit verbindlichen Personalvorgaben für Sicherheit und Entlastung sorgen“, forderte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

„Höchst bedenklich“ sei die Besetzung gerade auch auf Intensivstationen. Dort muss eine Pflegekraft im Schnitt 3,3 Patienten versorgen. Immer häufiger werden die Pflegekräfte in der Praxis aber zum Teil mit mehr als sechs Schwerkranken konfrontiert. „Das ist gefährlich fahrlässig“, sagte Bühler. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin verlange dagegen ein Pflegekraft-Patienten-Verhältnis von eins zu zwei auf der Intensivstation, die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege sogar von eins zu eins bei beatmeten Patienten.

Unmittelbare gesundheitliche Folgen

Die lückenhafte Besetzung kann auch unmittelbar gesundheitliche Folgen haben. So sei der Stichprobe zufolge immer seltener Gelegenheit, die vorgeschriebenen Hygieneprozeduren einzuhalten und beispielsweise die Hände zu desinfizieren. Gleichzeitig litten auch immer mehr Pflegekräfte unter den Folgen der Belastung.

ver.di fordert von der Politik entscheidende Weichenstellungen, um die Situation nachhaltig zu verbessern: Markt und Wettbewerb können das nicht richten. „Was wir jetzt brauchen, ist eine gesetzliche Personalbemessung“, sagte Bühler. Ein erster Schritt könne eine verbesserte finanzielle Ausstattung sein. Von den rund vier Milliarden Euro, die die anstehende Krankenhausreform kosten solle, müsse ein erheblich größerer Teil als die bislang geplanten 660 Millionen Euro beim Personal ankommen.

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