Tarifnews

    Versicherungsgewerbe: Angebot der Arbeitgeber provoziert

    Beschäftigte im privaten Versicherungsgewerbe streiken

    22. Mai 2017 | Die Arbeitgeber haben zu verantworten, was jetzt kommt. Ihr Angebot war einfach zu schlecht. Damit haben sie einen Streik provoziert, findet ver.di und ruft vor der dritten Verhandlungsrunde die Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe zu Arbeitskampfmaßnahmen auf. Zu ersten Arbeitsniederlegungen wird es schon am Dienstag in Baden Württemberg und Hessen kommen. In den folgenden Tagen wird auch in anderen Bundesländern gestreikt werden. 

    „Das Gehaltsangebot der Arbeitgeber würde angesichts der aktuellen Inflationsrate zu Reallohnverlusten bei den Beschäftigten führen und ist daher unannehmbar.“

    Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    „Das Gehaltsangebot der Arbeitgeber würde angesichts der aktuellen Inflationsrate zu Reallohnverlusten bei den Beschäftigten führen und ist daher unannehmbar“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister zum Stand der Dinge. Das Angebot der Arbeitgeber und die Forderung von ver.di lägen so weit auseinander, dass anscheinend nur noch Arbeitskampfmaßnahmen zu einem besseren Angebot führen können.

    Die Arbeitgeber haben bei einer Laufzeit von 36 Monaten nach sieben „Nullmonaten“ Gehaltssteigerungen in drei Schritten angeboten, jeweils ab 1. November: in diesem Jahr in Höhe von 1,1 Prozent, ein Jahr später 1 weiteres Prozent und 2019 noch einmal 0,9 Prozent obendrauf. Die Folge dieses respektlosen Angebots wären Gehaltseinbußen für Beschäftigte, die eine immer stressigere Arbeit schultern. „Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde am 2. Juni ein verhandlungsfähiges Gehaltsangebot vorlegen “, sagte Meister.

    ver.di fordert für die rund 170.000 Beschäftigten im privaten Versicherungsgewerbe eine Erhöhung der Einkommen einschließlich aller Zulagen um 4,5 Prozent und 50 Euro mehr für die Auszubildenden in jedem Ausbildungsjahr.

    Außerdem hat ver.di einen Zukunftstarifvertrag Digitalisierung erarbeitet und in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern eingebracht. Die Versicherungsbranche stehe vor einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der Arbeitsplätze gefährde und Arbeitsbedingungen grundlegend verändere. „Wir erwarten deshalb, dass die Arbeitgeber mit uns gemeinsam die zentralen Zukunftsfragen der Branche tarifvertraglich gestalten“, so das ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    Die dritte Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband für das Versicherungsgewerbe findet am Freitag, dem 2. Juni in Hamburg statt.